Der Schwarze Kanal: »Sender Jerewan««
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Aus: Ausgabe vom 01.04.2020, Seite 14 / Feuilleton
Programmtips

Vorschlag

Damit Ihnen das Hören und Sehen nicht vergeht
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Das absolutistisch regierte Saudi-Arabien ist zwar ein Land fast ohne Kinos, aber große Filme gibt es schon: »Das Mädchen Wadjda«

Das Mädchen Wadjda

Die zehnjährige Wadjda wünscht sich unbedingt ein grünes Fahrrad, das in einem Spielzeugladen angeboten wird. Doch in Saudi-Arabien gilt das Fahrradfahren als unweiblich; Wadjdas Mutter lässt nicht mit sich reden. Um sich ihren Traum trotzdem zu erfüllen, meldet Wadjda sich in der Schule zu einem Koran-Rezitationswettbewerb an, um sich mit dem ausgesetzten Preis das Fahrrad kaufen zu können. Das ist doch mal clever – die Pfaffen mit ihren eigenen Waffen schlagen. SAR/D/USA/VAE/NL/JOR 2012.

Arte, 20.15 Uhr

Tödliche Exporte: ­Rüstungsmanager vor Gericht

Die Bauarbeiter machen weiter, die Kassiererinnen machen weiter – und die Waffenproduzenten machen auch weiter. Die Doku beleuchtet einen der wichtigsten Gerichtsprozesse um die Exporte deutscher Kriegswaffen. Die Geschäftsführer wurden freigesprochen, eine Sekretärin verurteilt. Nun steht die Revision gegen das Urteil an. Aber wie konnten die Sturmgewehre von Heckler & Koch unter der Aufsicht deutscher Rüstungsexportkontrolleure ohne Ausfuhrgenehmigungen in vier mexikanische Provinzen gelangen? Tja, das ist hier die Frage. Beim Cum-Ex-Prozess haben deutsche Richter bewiesen, dass sie nicht immer und ausschließlich auf der Seite der asozialen Geschäftemacher stehen. Vielleicht ja auch hier? D 2020.

Das Erste, 21.45 Uhr

Corona – überlebt das meine Firma?

Wie war das noch mal mit dem ehrlichen Kaufmann und seinen Rücklagen und Versicherungen? Sind schon alle privaten SUV versetzt und verkauft? Und plant der Mittelstand nicht schon die »konservative Revolution«, wenn man ihm an seine Garagen geht? Wer in der Krise vor allem eine Chance auf Progressivität sieht, sollte sich nicht zu sicher sein – um es mal ganz zart mittelstandsskeptisch zu sagen. D 2020.

WDR, 22.15 Uhr

Katastrophenschutz am Limit

Wie gut ist Deutschland aufgestellt?

Der Katastrophenschutz soll ja die Bevölkerung bestmöglich schützen. In der aktuellen Krise zeigen sich aber die Mängel im Just-in-time-System: zu wenig Desinfektionsmittel oder Masken etwa, zu späte Vorbereitung. Auch die Zuständigkeit verursacht Probleme. Für den Schutz vor Naturkatastrophen sind die Bundesländer verantwortlich. Die Hilfe wird überwiegend von Organisationen wie dem Deutschen Roten Kreuz, dem Technischen Hilfswerk oder den Freiwilligen Feuerwehren geleistet. Sie alle unterstützen im Ernstfall durch Equipment, Personal und Know-how. Bei der Bekämpfung der Infektionswelle durch den neuartigen Coronavirus koordinieren beispielsweise DRK-Mitarbeiter in Mechernich eine Durchfahr-Teststation für potentiell Infizierte in einem stillgelegten Schnellrestaurant mit »Autoschalter«. Auch bei der Verteilung von Medikamenten, Schutzausrüstung und Notbetten hilft das DRK. Doch auf eine Pandemie, wie die aktuelle Krise, sind die Organisationen nicht vorbereitet. Die Folge: zu wenig Beatmungsgeräte, Notfallbetten und Schutzausrüstung.

ZDF, 23.00 Uhr

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