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Aus: Ausgabe vom 28.03.2020, Seite 14 / Feuilleton

Nachschlag: Meisterspion

Biographien | Do., 20.15 Uhr, Arte
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Richard Sorge (undatiert)

Ein James Bond war er keineswegs. Das wird durch den am Donnerstag auf Arte ausgestrahlten Film zur Erinnerung an Richard Sorge (siehe jW vom 9.11.2015) deutlich. Er zeichnet den Werdegang jenes »Agenten, der keiner werden wollte« nach. Als Ankerpunkt dienen Sorges Memoiren, die er am Ende seines Lebens in japanischer Gefangenschaft verfasste. Die frühen Stationen des 1895 als Sohn eines Ölbohringenieurs nahe Baku Geborenen werden genannt. Im Zentrum steht aber Sorges Arbeit für den sowjetischen Militärgeheimdienst inklusive Aufbau seines 40köpfigen Agentennetzes in Shanghai und Tokio.

Dort gelingt ihm als enger Vertrauter des Militärattachés der Nazis in Japan sein größter Coup: die Meldung, dass das Kaiserreich keine zweite Front gegen die Sowjetunion eröffnen wird. Der nach Jahren der Spionagetätigkeit zermürbte Sorge sah seine Mission erfüllt. Unmittelbar bevor er jedoch Moskau um seine Abberufung bitten konnte, klagte ihn die japanische Justiz an. (mb)

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