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Aus: Ausgabe vom 27.03.2020, Seite 14 / Feuilleton

Nachschlag: Ellenbogengesellschaft

Tagesthemen | Mi., 22.30 Uhr, ARD
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Was hat der Busfahrer von seinem Heldenstatus? Zunächst einmal allein die Tatsache, derzeit keine Tickets verkaufen zu müssen

Was haben ein Busfahrer, ein Filialleiter eines Drogeriemarkts und ein Altenpfleger gemeinsam? Für die ARD-»Tagesthemen« sind sie »Helden des Alltags«. Drei Männer berichten über ihr Arbeitsleben in Zeiten der Coronaviruspandemie, das vor allem von Stress und Sorgen geprägt ist. Es fühle sich gut an, zurzeit als Busfahrer bejubelt zu werden, sagt der eine. Etwas davon kaufen kann er sich buchstäblich aber nicht. Soll er auch gar nicht. Er soll schlicht seine Arbeit machen und den ganzen Stress schlucken, ohne bei der nächsten Tarifrunde allzu übermütig nach der Lohnpulle zu greifen. Die Medien, die seit Jahrzehnten diejenigen politischen Kräfte hofieren, die unhaltbare Zustände von Pflegenotstand bis Lohndumping auf den Weg brachten, können sich solidarisch handelnde Menschen ohne Vokabeln wie »Helden« oder »Corona-Engel« (Bild) gar nicht mehr erklären. Wird es ihnen jetzt noch gelingen, den Begriff der konkurrenzgeprägten Ellenbogengesellschaft dank des zu unterlassenden Händereichens positiv zu besetzen? (jg)

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