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Aus: Ausgabe vom 27.03.2020, Seite 2 / Ausland
Venezuela

Terror trotz Pandemie

Venezuela wirft Kolumbien Unterstützung von Mordplänen vor. Maduro will Opposition in Kampf gegen Virus einbinden
Von Santiago Baez
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Unter anderem Staatschef Nicolás Maduro habe im Visier der Terroristen gestanden (Caracas, 12.3.2020)

Die Regierung Venezuelas hat dem benachbarten Kolumbien vorgeworfen, terroristischen Gruppen Unterschlupf zu gewähren. Am Dienstag (Ortszeit) hatten kolumbianische Sicherheitskräfte auf der Fernverkehrsstraße zwischen Ciénaga und Barranquilla im Norden des Landes in einem staatlichen Fahrzeug ein ganzes Arsenal von Kriegswaffen, Schutzwesten, Nachtsichtgeräten und weiterer Ausrüstung sichergestellt. Wie der Rundfunksender Blu Radio berichtete, war das Ziel der Fahrt offenbar Riohacha, die Hauptstadt des Departamento La Guajira. Empfänger soll nach Angaben der kolumbianischen Polizei eine »kriminelle Bande« gewesen sein, die in dem an Venezuela angrenzenden Gebiet agiert.

Konkreter wurde am Mittwoch (Ortszeit) Venezuelas Informationsminister Jorge Rodríguez. In Caracas erklärte er, die Hintermänner des Waffentransports hätten geplant, gezielte Mordanschläge auf führende Repräsentanten der venezolanischen Regierung zu verüben. Unter anderem hätten Staatschef Nicolás Maduro und der Präsident der Verfassunggebenden Versammlung, Diosdado Cabello, im Visier der Terroristen gestanden. Rodríguez beschuldigte direkt den kolumbianischen Präsidenten Iván Duque, die Waffen finanziert zu haben. Außerdem müssten die Behörden des Nachbarlandes erklären, warum sie noch immer Camps paramilitärischer Gruppen auf ihrem Territorium tolerieren.

Maduro meldete sich in der Angelegenheit telefonisch zu Wort. In der von Cabello moderierten Fernsehsendung »Con el Mazo Dando« sagte der Staatschef, die Terroristen hätten die in Venezuela zur Eindämmung des Coronavirus verhängte Ausgangssperre ausnutzen wollen, um ihre Taten vorzubereiten und durchzuführen. Hinter den Terroristen stünden nicht nur die kolumbianische Regierung, sondern auch die USA und der Oppositionspolitiker Juan Guaidó, der sich Anfang letzten Jahres selbst zum »Übergangspräsidenten« Venezuelas ernannt hatte.

In derselben Fernsehsendung reichte Maduro der Opposition aber auch die Hand und lud sie ein, bei der Bekämpfung des Coronavirus zusammenzuarbeiten. »Es interessiert mich nicht, ob Sie mich als Präsident anerkennen«, sagte er an führende Regierungsgegner gerichtet. »Was mich interessiert ist, dass Sie die Notwendigkeit anerkennen, das Volk zu schützen und die Sanktionen gegen die Venezolaner aufzuheben«, so Maduro.

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