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Aus: Ausgabe vom 26.03.2020, Seite 1 / Kapital & Arbeit
Coronavirus

Einigung auf Konjunkturpaket in den USA

Washington will Wirtschaft mit zwei Billionen Dollar stützen. Wall Street verzeichnet großen Gewinn
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Händler an der New Yorker Börse freuen sich über die Hilfe der Regierung

Die US-Regierung hat sich mit dem Kongress auf Maßnahmen zur Abfederung der wirtschaftlichen Folgen der Coronaviruspandemie geeinigt. »Wir haben ein Abkommen«, sagte Präsidialamtssprecher Eric Ueland am frühen Mittwoch morgen.

Die Regierung von Präsident Donald Trump, Republikaner und Demokraten verhandelten seit Tagen über ein Konjunkturpaket, das einen Umfang von zwei Billionen Dollar haben soll. Dies entspräche fast zehn Prozent der US-Wirtschaftsleistung. Der Anführer der Demokraten im Senat, Charles Schumer, sagte, das Gesetz zu den Konjunkturhilfen beinhalte 130 Milliarden Dollar zur Unterstützung von Krankenhäusern und 150 Milliarden Dollar für Bundesstaaten und Kommunen.

Die Demokraten hatten das Paket zuvor zweimal scheitern lassen. Sie begründeten dies damit, dass es zu wenig Geld für die Bundesstaaten und Kliniken sowie zu wenige Hilfen für Erwerbslose umfasse. Außerdem fehlte der Opposition eine angemessene Kontrolle über den größten Teil des Pakets in Höhe von 500 Milliarden Dollar, der ihrer Meinung nach vor allem Großkonzernen zugute kommen sollte. Die Aussicht auf eine Verabschiedung der Maßnahmen hatte am Dienstag Spekulanten an der New Yorker Wall Street den größten Gewinnsprung seit fast 90 Jahren beschert. Der Leitindex Dow Jones stieg am Dienstag rasant um rund 11,4 Prozent.

Unterdessen breitet sich das Coronavirus in den USA weiter aus. Die Metropole New York entwickelt sich zunehmend zum Brandherd. US-Vize­präsident Michael Pence sagte am Dienstag abend (Ortszeit) im Weißen Haus, inzwischen kämen 60 Prozent aller neuen Fälle in den USA aus dem Großraum New York. Die Infektionsrate in der Ostküstenmetropole liege bei einer Person pro 1.000 Einwohner – rund fünf- bis zehnmal höher als in dem ebenfalls schwer betroffenen Bundesstaat Washington an der Westküste der USA. Pence rief New Yorker, die die Stadt verlassen haben, dazu auf, sich in eine 14tägige Selbstquarantäne zu begeben. »Wir müssen den Großraum New York City als Hochrisikogebiet betrachten.« (AFP/Reuters/jW)

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