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Aus: Ausgabe vom 25.03.2020, Seite 8 / Abgeschrieben

Jemen: Schwere Krankheitsverläufe befürchtet

Die Organisation Oxfam machte am Dienstag auf die erhöhte Gefahr von schweren Krankheitsverläufen bei Coronavirusinfektionen in der Bevölkerung des Jemen aufmerksam:

Die humanitäre Notlage im Jemen macht die Bevölkerung des Landes in besonderem Maß anfällig für schwere oder tödliche »Corona«-Krankheitsverläufe. Darauf weist die Nothilfe- und Entwicklungsorganisation Oxfam anlässlich des fünften Jahrestages der Eskalation des bewaffneten Konflikts hin. Im Jemen trifft die Coronapandemie auf eine von Krieg und Krankheit ohnehin geschwächte Bevölkerung. (…) Muhsin Siddiquey, der Jemen-Landesdirektor von Oxfam: »Während die internationale Gemeinschaft zu Recht um den Schutz ihrer eigenen Bürger vor dem Coronavirus besorgt ist, hat sie eine Verantwortung gegenüber dem jemenitischen Volk. Nach fünf Jahren Tod, Krankheit und Vertreibung und angesichts der zunehmenden Bedrohung durch eine globale Pandemie brauchen die Menschen im Jemen dringend einen sofortigen landesweiten Waffenstillstand und die Rückkehr zu Verhandlungen, um einen dauerhaften Frieden zu erreichen.«

Der Landesverband Sachsen-Anhalt der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) mahnte am Dienstag, Kitapersonal durch geringere Präsenzzeiten besser zu schützen:

Viele Beschäftigte in Kitas sind wegen der notwendigen Betreuung der Kinder von Eltern mit exponierten Berufen verpflichtet, in die Einrichtungen zu kommen. Doch das ist nicht für alle gleichzeitig notwendig. Nach dem derzeitigen Stand weist die GEW Sachsen-Anhalt darauf hin, dass es fahrlässig ist, täglich alle Erzieherinnen und Erzieher in die Kitas zu bestellen.

Mit einem eindringlichen Appell hat sich Eva Gerth, Vorsitzende der GEW Sachsen-Anhalt, an alle kommunalen und freien Träger von Kindertagesstätten gewandt, die Präsenzpflicht der Erzieherinnen und Erzieher in den Kindertagesstätten sinnvoll und angemessen zu gestalten. »Viele Träger bestehen darauf, das gesamte Personal in der Einrichtung zu behalten, obwohl deutlich weniger Kinder zur Notbetreuung anwesend sind. Das ist unsinnig und fahrlässig«, so Gerth. Die GEW fordert, dass nur das Personal in den Einrichtungen anwesend sein muss, das tatsächlich unmittelbar für die Betreuung benötigt wird. (…)

Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (Verdi) hat die Unternehmerverbände des Einzelhandel- und Versandhandels sowie des Groß- und Außenhandels, HDE und BGA, dazu aufgefordert, das Kurzarbeitergeld für alle Beschäftigten der Branchen per Tarifvertrag auf 90 Prozent des Nettolohns aufzustocken:

»Die aktuellen, gesetzlichen Regelungen zum Kurzarbeitergeld von 60 bzw. 67 Prozent des Nettolohns sind völlig unzureichend. Die laufenden Kosten und notwendige Lebensmitteleinkäufe lassen sich damit überhaupt nicht bestreiten. So führt Kurzarbeit massenhaft in die Sozialhilfe. Das müssen wir verhindern. Es geht hier um ganz existentielle wirtschaftliche Überlebensfragen für die Beschäftigten und ihre Familien«, sagte Verdi-Bundesvorstandsmitglied Stefanie Nutzenberger. Sie verwies darauf, dass im Einzel- und Versandhandel nur noch 36 Prozent der Beschäftigten tarifgebunden seien und zudem oft nur noch Teilzeitverträge vergeben würden. »Das ist schon lange eine prekäre Situation mit niedrigen Einkommen, die sich massiv verschärft, wenn das Kurzarbeitergeld nicht deutlich aufgestockt wird.«

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