Probeabo abschließen und weiterempfehlen
Gegründet 1947 Dienstag, 7. April 2020, Nr. 83
Die junge Welt wird von 2267 GenossInnen herausgegeben
Probeabo abschließen und weiterempfehlen Probeabo abschließen und weiterempfehlen
Probeabo abschließen und weiterempfehlen
Aus: Ausgabe vom 19.03.2020, Seite 15 / Medien
Nicht alles glauben

Fake News in Krisenzeiten

Nachrichtenagentur AFP warnt vor falschen Nachrichten im Kontext der Coronapandemie
RTS36E5Z.jpg
Trotz hohen Informationsbedürfnisses in Sachen Coronaviruspandemie ist Vorsicht vor »News« in »sozialen Medien« angebracht

Die Nachrichtenagentur AFP hat am Dienstag in einem Autorenbeitrag vor Gefahren durch Falschmeldungen im Zusammenhang mit der Coronavirenpandemie gewarnt. Viele Menschen seien durch die Krise verunsichert, schrieb Autorin Sarah Emminghaus. Die Situation biete einen Nährboden für Falschnachrichten, mit denen unbelegte Informationen zum Virus und der Krankheit verbreitet würden.

Gestreut würden derartige »Fake News« demnach bewusst, aber auch unbewusst in den sozialen Netzwerken. So habe sich am Wochenende »eine Sprachnachricht über Whatsapp« verbreitet, »in der angebliche Erkenntnisse der Universität Wien erläutert wurden und vom Einnehmen bestimmter Schmerzmittel abgeraten wurde. Die Medizinische Uni dementierte die Angaben aus der Nachricht daraufhin scharf und bezeichnete sie als Fake News – aber zu dem Zeitpunkt war die Sprachnachricht bereits unzählige Male geteilt worden.«

Die Autorin zitierte in diesem Zusammenhang Äußerungen des Vereins »Deutschland sicher im Netz«: »Menschenverstand anschalten«, empfahl dessen Geschäftsführer Michael Littger. »Wenn eine Aussage seltsam wirkt oder auch extrem lustig ist, seien Zweifel an der Seriosität angebracht.« Laut Verein seien die »Informationen« in solchen Nachrichten häufig vage und unvollständig. Beispielsweise fehlten wichtige Details wie die Quelle, Namen und Orte, und es werde auf allgemeine Formulierungen wie »ein Arzt« ausgewichen.

Auch sollten Leser solcher Nachrichten sich die Frage stellen, wer von derartigen Äußerungen profitieren könnte. Bei »einer einseitigen Meldung kann es sich auch um Lobbyarbeit handeln«. Zudem sollten Leser diese »auf keinen Fall« weiterleiten oder anderweitig verbreiten.

Darüber hinaus rät der Verein dazu, Menschen oder Institutionen darauf aufmerksam zu machen, wenn sie Teil einer Falschmeldung sind – wie im Fall der Wiener Universität. Gerade bei vermeintlich exklusiven Nachrichten sei grundsätzlich Vorsicht geboten. Es sei also immer sicherer, bekannte und seriöse Medien aufzusuchen und zu überprüfen, ob diese ebenfalls berichten.

Aber auch mehrere Behörden veröffentlichen aktuell regelmäßig online den jüngsten Kenntnisstand zur Coronakrise. Seriöse Quellen sind beispielsweise örtliche Gesundheitsämter, das Robert-Koch-Institut, das Bundesgesundheitsministerium und die Weltgesundheitsorganisation WHO. (AFP/jW)

Mehr aus: Medien