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Als Reaktion auf den ungebremsten Fall der Kurse an den Börsen mehren sich die Stimmen, die eine langfristige Aussetzung des Aktienhandels fordern. Länger geschlossen hatte die Wall Street bislang nur zu Beginn des Ersten Weltkriegs, während der Weltwirtschaftskrise 1933 und nach den Anschlägen vom 11. September 2001. Der Vorsitzende der US-Börsenaufsicht SEC, Jay Clayton, sagte zu CNBC: »Die Märkte müssen auch in Phasen wie jenen funktionieren, die wir derzeit durchlaufen«. Die Präsidentin der »New York Stock Exchange«, Stacey Cunningham, ging beruhigend auf die verschreckten Kapitalanleger ein. Sie verstehe zwar die Angst der Investoren vor neuen Kursstürzen. Doch der Markt spiegle lediglich die Unsicherheit der Weltgemeinschaft angesichts der Coronapandemie, teilte sie per Twitter mit.

Frank Engels, Fondsmanagement-Chef bei »Union Investment« sagte hingegen dem Handelsblatt vom Mittwoch, frühere Krisen hätten »gezeigt, dass dieses Mittel in Ausnahmefällen sehr hilfreich sein kann«. Für die US-Regierung kommt eine Aussetzung des Handels nicht in Frage. Finanzminister Steven Mnuchin stellte kurz und knapp klar: »Die Amerikaner müssen an ihr Geld kommen.« Und in Europa? Die Vereinigung der EU-Wertpapierbörsen, FESE, teilte mit, die regulierten Börsen erfüllten eine soziale und wirtschaftliche Funktion, die auch in Zeiten von Unsicherheiten gegeben sein müsse. (sz)

junge Welt

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Erschienen in der Ausgabe vom 19.03.2020, Seite 3, Schwerpunkt

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