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Aus: Ausgabe vom 11.03.2020, Seite 14 / Feuilleton

Nachschlag: Wider die Rollenbilder

Geschlechterkonflikt | Arte
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Womöglich nicht nur abgebildet, sondern auch von Frauen gemacht: Judäische Säulenfiguren (Jerusalem)

Früher war es so einfach in der Geschichtswissenschaft: Männer taten dies und jenes und Frauen, ja Frauen waren halt da und haben sich um das Wohl der Herrscher, Krieger pp. und die Kinder gekümmert. Dass Rollenzuschreibungen nicht in die Gene des Menschen eingeschrieben sind, ist vielen, wenn auch nicht jedem Historiker, schon länger klar. Aber es braucht ja »Beweise«. Einen sehenswerten Rundumschlag zu aktuellen Erkenntnissen liefert die Arte-Dokumentation »Geschlechterkonflikt – Frauenbilder der Geschichte«. Durch neue Methoden der Forensik entwickelt sich nach und nach ein anderes und realistischeres Bild: Frauen waren seit jeher integraler Bestandteil geschichtlicher Entwicklung. Ihre »klassische« Rolle, in die sie bis heute gezwungen werden, erhielten sie erst mit Sesshaftwerdung des Menschen. Aber auch dann waren sie es, die durch das Prinzip der Patrilokalität (Ehefrau zieht zum Wohnort des Mannes), den Übergang von der Stein- zur Bronzezeit einläuteten – als Trägerinnen des Wissens um die Metallverarbeitung. (si)

In der Arte-Mediathek bis 5.4.2020 zu sehen. Kurzlink.de/Frauenbilder

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