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Aus: Ausgabe vom 07.03.2020, Seite 2 / Ausland
Kampf um Idlib

»Waffenstillstand« in Idlib

Moskau und Ankara vereinbaren Feuerpause und »Sicherheitskorridor« in syrischer Provinz. Noch kurz vor Beginn türkische Angriffe
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Dschihadisten in der syrischen Provinz Idlib am 27. Februar 2020

Nachdem sich Russland und die Türkei auf eine Feuerpause in der syrischen Provinz Idlib ab Freitag null Uhr geeinigt hatten, blieb die Situation am Freitag weitgehend ruhig. Nach Angaben syrischen Oppositionsgruppen flogen russische und syrische Jets zunächst keine Angriffe. Allerdings meldete die in London ansässige »Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte« später Gefechte zwischen syrischen Truppen und Dschihadisten, bei denen 15 Menschen getötet worden seien.

Noch bis kurz vor Inkrafttreten der Feuerpause waren die Gefechte in Idlib weitergegangen. So griff die türkische Armee syrische Stellungen mit Drohnen an, wie das Verteidigungsministerium in Ankara mitteilte. Demnach seien bei den Angriffen 21 syrische Soldaten »neutralisiert« worden. Und auch am Freitag betonte der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan, auf jede Attacke der syrischen Armee antworten zu wollen. »Wir bleiben wachsam, was Angriffe und Verstöße des Regimes (von Syriens Präsident Baschar Al-Assad, jW) angeht«, zitierte ihn die russische Nachrichtenagentur TASS.

Am Donnerstag abend hatten Erdogan und Russlands Präsident Wladimir Putin in Moskau die Waffenruhe für Idlib vereinbart und sich auf die Schaffung eines »Sicherheitskorridors« auf syrischen Territorium geeinigt. Im Anschluss an das Treffen erklärte der türkische Außenminister Mevlüt Cavusoglu, dieser werde »sechs Kilometer tief im Norden und sechs Kilometer tief im Süden« entlang der wichtigen Schnellstraße »M 4« eingerichtet. Ab dem 15. März wollen die russische und die türkische Armee dort gemeinsam patrouillieren. Weitere konkrete Maßnahmen, mit deren Hilfe der Waffenstillstand überwacht werden soll, wollen die Verteidigungsministerien beider Länder in den kommenden sieben Tagen vereinbaren.

Im vergangenen Jahr hatte die syrische Armee eine Offensive auf Idlib begonnen und konnte zuletzt große Teile der Provinz unter Kontrolle bekommen. Bei Kämpfen in dem Gebiet kam es in den vergangenen Tagen auch zu Zusammenstößen von syrischen Truppen mit der türkischen Armee, die in Idlib dschihadistische Milizen unterstützt. Dabei erlitten beide Seiten hohe Verluste. (AFP/dpa/jW)

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