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Aus: Ausgabe vom 03.03.2020, Seite 1 / Kapital & Arbeit
Waffenschmiede

Rekordgewinne durch Rüstungsgeschäfte

Rheinmetall profitiert von Militäraufträgen und verbucht Rückgang in Autosparte
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Konzernzentrale der Rheinmetall AG in Düsseldorf

Ein Gewinnsprung im Rüstungsgeschäft hat Rheinmetall im vergangenen Jahr neue Rekordgewinne beschert, obgleich die Autozulieferung schwächelt. Der Umsatz des Konzerns stieg 2019 um knapp zwei Prozent auf rund 6,3 Milliarden Euro. Wie das im MDax gelistete Unternehmen am Montag in Düsseldorf mitteilte, wuchs der um Sonderposten bereinigte operative Gewinn auf Basis vorläufiger Zahlen um rund drei Prozent auf den Höchstwert von 505 Millionen Euro. Das Ergebnis nach Steuern stagnierte im vergangenen Jahr bei 354 Millionen Euro.

Am stärksten schlugen sich die Geschäfte in der Rüstungssparte nieder. Der Umsatz wuchs im Bereich »Defence« um 9,4 Prozent. Man profitiere vom »›Super-Zyklus‹ im wehrtechnischen Geschäft, den uns der dringende Nachholbedarf in der militärischen Beschaffung beschert hat«, sagte Rheinmetall-Chef Armin Papperger. So hat das Unternehmen im vergangenen Jahr etwa einen Großauftrag aus Australien verbucht: Für 211 »Boxer«-Fahrzeuge erhält Rheinmetall mehr als zwei Milliarden Euro – nach eigenen Angaben ist das der größte Einzelauftrag der Unternehmensgeschichte.

In der Automobilbranche, für die Rheinmetall als Zulieferer tätig ist, ging der Umsatz zurück. Das Unternehmen macht dafür die rückläufige Produktion der Hersteller – insbesondere in China – verantwortlich. Rheinmetall hält dennoch an der Branche fest. Auch bei alternativen Antriebstechnologien wolle man »ein wichtiger Partner« für die Autobauer sein.

An der Börse sorgten die Nachrichten über den Gewinn für den größten Kurssprung seit einem Jahr. Die Aktie schnellte zeitweise um 9,3 Prozent auf 89,96 Euro, später notierte sie mit 83,32 Euro noch 1,3 Prozent im Plus. Der Düsseldorfer Konzern hat weltweit rund 25.000 Beschäftigte, die Automobilsparte sitzt in Neckarsulm bei Stuttgart. Endgültige Zahlen für 2019 will Rheinmetall am 18. März vorlegen. (dpa/Reuters/jW)

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