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Aus: Ausgabe vom 22.02.2020, Seite 5 / Inland
Grünheide

Tesla darf brettern

Gericht weist Rodungsstoppklage ab. Bombensprengung verzögert
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In Grünheide wurden am Freitag wieder Bäume gefällt

Der US-Elektroautobauer Tesla kann mit den Vorbereitungen für den Bau seiner Fabrik in Grünheide bei Berlin weitermachen. Nach einem Gerichtsbeschluss ist der vorläufige Stopp der Rodung von Bäumen vom Tisch. Das Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg wies die Eilanträge zweier Umweltverbände am Donnerstag abend in zweiter Instanz zurück. Damit kann Tesla weiter Bäume auf zunächst rund 90 Hektar des Geländes fällen. Der Beschluss ist nicht anfechtbar.

Die unterlegende Grüne Liga Brandenburg bedauerte das Urteil. Ihr Vorsitzender, Heinz-Herwig Mascher sagte am Freitag, mit der Abweisung der Eilanträge sei ein Präzedenzfall geschaffen worden. Kurz zuvor sei ein Vergleich zwischen der Grünen Liga und Tesla gescheitert. Er habe Gespräche mit dem US-Autobauer gesucht und versucht, eine Einigung zu erreichen. Dabei habe er Tesla angeboten, die Klage fallen zu lassen. Dafür sollte das Unternehmen Feldgehölzstreifen von insgesamt 30 Kilometern Länge als Ausgleichsflächen anlegen. Der Deal sei jedoch am zweiten Kläger gegen die Rodungen gescheitert, dem Verein für Landschaftspflege und Artenschutz in Bayern (VLAB). Die Bayern wollten die Klage demnach nicht fallenlassen.

Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) freute sich. Voraussichtlich in der nächsten Woche könnten die Rodungsarbeiten abgeschlossen werden, sagte er in der Potsdamer Staatskanzlei. Proteste gegen die Ansiedlung der Fabrik könne er nicht nachvollziehen. Die stellvertretende SPD-Vorsitzende Klara Geywitz erklärte auf Twitter: »Gute Nachricht für Tesla und Brandenburg. Freie Fahrt für Autos der Zukunft statt Prinzipienreiterei um Kiefernplantagen.«

Zu weiteren Verzögerungen kam es allerdings, weil die geplante Sprengung mehrerer Bomben aus dem Zweiten Weltkrieg verschoben werden musste. Zwei Aktivistinnen der Umweltgruppe »Baumpiratinnen« seien noch auf Bäumen, sagte ein Polizeisprecher am Freitag. Die Frauen protestierten gegen die bevorstehende Rodung. (dpa/AFP/jW)

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