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Aus: Ausgabe vom 13.02.2020, Seite 2 / Ausland
Krieg in Syrien

Kein Ende der Kämpfe

Zusammenstoß zwischen US-Truppen und syrischer Armee
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US-Militärkonvoi vor dem Dorf Khirbet Ammu, umgeben von syrischen und russischen Soldaten sowie Anwohnern (12. Februar)

Im Norden Syriens ist es zu einem Zusammenstoß zwischen US-Truppen und der syrischen Armee gekommen. Dabei hätten US-Soldaten nahe der mehrheitlich von Kurden bewohnten Stadt Kamischli einen Menschen getötet, meldete die staatliche Nachrichtenagentur SANA am Mittwoch. Laut SANA handelte es sich bei dem Opfer um einen Zivilisten.

Ein Reporter der Agentur berichtete, dass ein syrischer Armeeposten in der Nähe von Kamischli vier US-Fahrzeuge angehalten habe, woraufhin Hunderte Bewohner umliegender Dörfer zusammengekommen seien, um die US-Truppen zur Rückkehr zu zwingen. Daraufhin hätten die Soldaten in die Menge geschossen, unter anderem auch Rauchbomben. Dabei sei einer der Bewohner gestorben, ein anderer sei verletzt worden, so SANA. Laut Medienberichten war auch die US-Luftwaffe im Einsatz.

Unterdessen hat Ankara seine Drohungen in Richtung Damaskus verschärft. Im Fall »weiterer Angriffe« auf türkische Soldaten im Norden Syriens will Präsident Recep Tayyip Erdogan nun auch jenseits des umkämpften Idlib zurückschlagen. Das sagte er am Mittwoch vor Mitgliedern seiner Regierungspartei AKP.

Der türkische Präsident warf Damaskus und seinen Unterstützern zudem »Massaker« vor. Sie bekämpften nicht Terroristen, sondern Zivilisten. Ziel sei, die Bevölkerung Richtung türkische Grenze zu zwingen, um dann die Region »problemlos besetzen« zu können.

Die syrische Regierung wies die Drohungen zurück. Es handele sich um hohle Erklärungen einer realitätsfremden Person, die die Lage nicht verstehe, hieß es aus dem Außenministerium in Damaskus, wie SANA meldete. Die syrische Armee werde weiter »Terrororganisationen« in der Region bekämpfen.

Auch der Kreml wies Erdogans Anschuldigungen zurück. Kremlsprecher Dmitri Peskow sagte, Terroristen verübten in Idlib weiter Angriffe auf die syrische Armee und die russischen Militärbasen, obwohl die Türkei sich verpflichtet habe, sie zu vernichten. Die syrische Armee nehme nicht Zivilisten ins Visier, sondern Terroristen.

Zuvor hatte es ein weiteres Telefonat zwischen Erdogan und Russlands Präsidenten Wladimir Putin über Idlib gegeben. Dem Kreml zufolge wollen sich sowohl Russland als auch die Türkei weiter an die Vereinbarungen von Sotschi halten.

Moskau und Damaskus warfen dem Westen am Mittwoch anhaltende Unterstützung von Terroristen in Idlib vor. Die syrische Armee habe bei ihrem Vorrücken große Mengen an Kriegsgerät, Waffen und Munition sichergestellt, berichtete die Agentur Interfax unter Berufung auf russische und syrische Regierungsvertreter. Demnach stammt die Ausrüstung teils aus westlicher Produktion. »Das zeugt von einer andauernden Unterstützung der Rebellen aus dem Ausland.«

Zugleich verteidigten Moskau und Damaskus die Offensive der syrischen Armee. Die bewaffneten Gruppierungen hätten die von russischer und syrischer Seite eingerichteten humanitären Korridore für Flüchtlinge in den Provinzen Idlib, Aleppo und Hama blockiert und teils vermint. (dpa/AFP/jW)

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