Probeabo abschließen und weiterempfehlen
Gegründet 1947 Sa. / So., 28. / 29. März 2020, Nr. 75
Die junge Welt wird von 2267 GenossInnen herausgegeben
Probeabo abschließen und weiterempfehlen Probeabo abschließen und weiterempfehlen
Probeabo abschließen und weiterempfehlen
Aus: Ausgabe vom 10.02.2020, Seite 5 / Inland
Armut

Grundrente reicht nicht

DGB fordert nach Einigung auf Altersabsicherung für Geringverdiener weitere Reformen
1._Mai_DGB_Lehrte_61156046.jpeg
Wer hätte das gedacht: Die Initiative der Bundesregierung ist kein ausreichendes Mittel gegen Altersarmut

Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) drängt nach der Einigung der Bundesregierung auf die Grundrente auf weitere Reformen. »Um Altersarmut wirklich zu bekämpfen, ist ein Bündel von Maßnahmen notwendig«, sagte DGB-Vorstandsmitglied Annelie Buntenbach laut der Neuen Osnabrücker Zeitung von Sonnabend. »Dazu gehört auch, das Rentenniveau auf mindestens 48 Prozent zu stabilisieren und im nächsten Schritt anzuheben.«

Die Menschen müssten langfristig die Perspektive bekommen, dass das Rentenniveau nicht weiter abgesenkt werde, und zwar über das Jahr 2035 hinaus, forderte Buntenbach. Zur Finanzierung schlug die Gewerkschafterin einen »intelligenten Mix« aus Beitragsmitteln und Steuern vor. Aktuell gilt die Haltelinie beim Rentenniveau nur bis zum Jahr 2025.

Ein »Armutsproblem« sieht Buntenbach auch bei den Beziehern von Erwerbsminderungsrenten. »Die letzten Verbesserungen galten nicht für Menschen, die zu dem Zeitpunkt bereits eine Erwerbsminderungsrente erhielten«, betonte sie. Da brauche es dringend eine politische Entscheidung, um die mindestens 1,8 Millionen Menschen, »die unverschuldet und aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr arbeiten gehen können«, besserzustellen.

Am Donnerstag hatten sich die Bundesministerien für Arbeit und Gesundheit auf letzte Details der Grundrente für Geringverdiener geeinigt. Dem Gesetzentwurf von Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) zufolge sollen Geringverdiener ab Januar 2021 ab Grundrentenzeiten von insgesamt 33 Jahren einen Zuschlag auf die Rente bekommen, der nach 35 Jahren die volle Höhe erreicht. Grundrentenzeiten sind Zeiten, in denen Pflichtbeiträge aus Beschäftigung, Kindererziehung oder Pflegetätigkeit gezahlt wurden. (AFP/jW)

Leserbriefe zu diesem Artikel:

  • René Osselmann, Magdeburg: Anspruch auf Teilhabe Man muss wahrhaftig kein Mathegenie sein, um zu erkennen, dass die sogenannte Grundrente doch zu knapp berechnet ist, alleine schon, wenn man die steigenden Ausgaben wie zum Beispiel beim Strompreis z...

Drei Wochen kostenlos: jetzt probelesen!