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Aus: Ausgabe vom 22.01.2020, Seite 14 / Feuilleton

Nachschlag: Schritt voraus

Re | Mo., 19.40 Uhr, Arte
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Mit dem Rollkoffer von Blockade zu Blockade: Skeena Rathor (M.), Mitgründerin der Umweltschutzbewegung »Extinction Rebellion«

Linke begegnen der vor wenigen Jahren in Großbritannien gegründeten Umweltschutzbewegung »Extinction Rebellion« (XR) oft mit Skepsis. Das in der Reihe »Re« auf Arte ausgestrahlte Porträt der Gruppierung ist kaum geeignet, diese Zweifel zu zerstreuen. Das beginnt mit der Einschätzung, dass es sich bei ihr um eine radikale Kraft am Rande des »Ökoterrorismus« handele, während die von Schülern ins Leben gerufenen »Fridays for Future« (FFF) als brav und harmlos abgetan werden. Zu Unrecht. Während nämlich XR bisher im wesentlichen durch ein paar Blockaden in London, Berlin oder Madrid aufgefallen ist, die vor allem »kleine Leute« ärgerten, und ihre Vertreter betonen, über Kategorien wie »links« oder »rechts« zu schweben und nicht mehr als eine »lebenswerte Zukunft für alle« zu wollen, sind viele bei FFF mit ihren beharrlichen Streiks und der Forderung, dass sich »alles« ändern müsse, auch das »System«, einen erheblichen Schritt weiter. Denn man muss den Gegner benennen, um ihn bekämpfen zu können. (jt)

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