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Aus: Ausgabe vom 17.01.2020, Seite 14 / Feuilleton

Nachschlag: Heimatlos

Auf der Jagd | Mi., 21.40 Uhr, Arte
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Dieses Recht hat man ihnen nicht genommen: Zwei Frauen der Algonkin auf der Rückkehr von einer Jagdpartie

Die Jagd ist ein Hobby, dem in Deutschland mehrere hunderttausend Menschen nachgehen, wie man aus der Arte-Dokumentation »Auf der Jagd« erfährt. Die unterschiedlichen Beweggründe hält eine Szene fest, in der bei einer Drückjagd mehrere Schüsse hintereinander fallen, woraus eine Jägerin schließt, dass da jemand wüst hinter fliehendem Wild herballere, ohne sich Gedanken darüber zu machen, ob den Tieren dadurch nicht Leid zugefügt werden könne. Erklärt wird auch der rechtliche Status des Wildes. Über allem steht nämlich der Erhalt des Waldes. Gefährde Rotwild etwa dessen Regeneration, werde es dezimiert, nachdem es in weiten Teilen Deutschlands bereits ausgerottet wurde. Denn in einer komplett vom Menschen beeinflussten Kulturlandschaft sind Wildtiere heute heimatlos geworden. Nicht einmal Wölfe würden den Bestand derart drücken wie der Mensch. Gefordert wäre ein anderes Verhältnis zur Natur, wie es zum Beispiel eine Jagdgesellschaft von Algonkin-Ureinwohnerinnen in den USA andeutet. (jt)

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