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Aus: Ausgabe vom 15.01.2020, Seite 5 / Inland
Pünktlichkeit

Viel Geld für Bahn-Infrastruktur

Bund und der Konzern wollen bis 2030 86 Milliarden Euro ausgeben
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Mehr Baustellen durch Investitionen: Sanierung der ICE-Trasse Hannover–Göttingen 2019

Bund und Deutsche Bahn AG wollen in den kommenden zehn Jahren deutlich mehr Geld in den Erhalt und die Modernisierung der zum Teil maroden Infrastruktur des staatseigenen Unternehmens fließen lassen. Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU), Bahn-Vorstandschef Richard Lutz und Infrastrukturvorstand Ronald Pofalla unterzeichneten am Dienstag in Berlin eine neue Leistungs- und Finanzierungsvereinbarung. Bis 2030 sollen insgesamt 86 Milliarden Euro in die Erhaltung und den Ausbau des Schienennetzes investiert werden.

Der Bund trägt von den geplanten Gesamtausgaben für das Vorhaben 62 Milliarden Euro, die Deutsche Bahn investiert 24 Milliarden Euro an Eigenmitteln. Durchschnittlich stehen damit laut Ministerium 8,6 Milliarden Euro pro Jahr zur Verfügung. Das seien 54 Prozent mehr als im vergangenen Planungszeitraum. Die neue Vereinbarung hat zudem eine doppelt so lange Laufzeit als die zuvor.

Der durch das Mautdebakel politisch angeschlagene Scheuer sprach nun von einem historischen Tag für den Schienenverkehr und behauptete euphorisch: »Es wird das Jahrzehnt der Schiene.« Der Minister nannte das Ganze eine Modernisierungsoffensive auf Rekordniveau und fügte hinzu: »Ich erwarte, dass die Bahn diese Chancen nutzt.« Zugleich wiederholte er Altbekanntes: »Die Bahn muss pünktlicher, effizienter und besser werden.« Er habe eine »Ungeduld«, dass es in überschaubarer Zeit erhebliche Verbesserungen gebe.

Bahn-Chef Lutz sagte, für mehr Pünktlichkeit sei eine leistungsfähige Infrastruktur unabdingbare Voraussetzung. Davon würden auch die Kunden profitieren. Verbesserungen brauchten aber Zeit. Die Einschränkungen für die Reisenden durch mehr Baustellen sollten durch »kundenfreundliches Bauen« verringert werden.

Die Deutsche Bahn spielt eine wichtige Rolle als Verkehrsträger im Rahmen des Klimaschutzprogramms der Bundesregierung. Das Unternehmen hat aber nach wie vor große Probleme mit der Pünktlichkeit der Züge und Engpässen im Netz. Viele Gleise und Brücken sind in keinem guten Zustand. (dpa)

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