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Aus: Ausgabe vom 30.12.2019, Seite 2 / Ausland
»Meilenstein«

Hyperschallrakete einsatzbereit

Russland: Waffentechnik in Reaktion auf US-Abwehrsysteme entwickelt
Von Arnold Schölzel
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Hoher Besuch im Kontrollzentrum in Moskau während eines Tests der Hyperschallrakete (26.12.2019)

Russlands Armee hat ihre neue Hyperschallrakete »Awangard« in Dienst gestellt. Verteidigungsminister Sergej Schoigu teilte mit, das erste mit der Waffe ausgestattete Regiment sei einsatzbereit, wie die Zeitung Komsomolskaja Prawda am Samstag berichtete. Seinem Ministerium zufolge wurde Präsident Wladimir Putin am Freitag offiziell informiert. Schoigu hatte die Stationierung bereits am Dienstag auf einer Kollegiumssitzung seiner Behörde, an der Putin teilnahm, angekündigt.

Schoigu sprach von einem »Meilenstein für das Land und die Armee«. Die neue Waffe ist demnach in der Region Orenburg im südlichen Ural aufgestellt. Vizeverteidigungsminister Alexej Kriworutschko sagte am Samstag der Armeezeitung Krasnaja Swesda, die Serienproduktion sei bereits angelaufen.

Die Rakete ist den Angaben zufolge mehr als 20mal so schnell wie der Schall (Mach 20). Sogar eine Geschwindigkeit von Mach 27 soll möglich sein – das wären mehr als 33.000 Kilometer pro Stunde. Da das Ziel und die Flughöhe noch im Flug geändert werden können, bezeichnete Putin den Raketentyp seinerzeit als »praktisch unbesiegbar«. Sie könne von heutigen Abwehrsystemen nicht abgefangen werden. Die »Awangard« sei weltweit die erste interkontinentale Rakete dieser Art, erläuterte Wassili Kaschin, Forscher an der Moskauer Hochschule für Wirtschaft, der Nachrichtenagentur AFP. »Das ist eine große wissenschaftliche Leistung.« Bei einem Testflug vor einem Jahr, am 26. Dezember 2018, vom Ural zu einem Testgelände in Kamtschatka am Ochotskischen Meer im Nordosten Russlands legte die »Awangard« eine Strecke von 6.000 Kilometern zurück.

Russischen Medienberichten zufolge wurde die Rakete gemäß dem Abrüstungsvertrag »New Start« mit den USA Ende November US-Inspektoren gezeigt. Putin hatte die Waffe im März 2018 angekündigt. Sie sei eine Antwort auf die Raketenabwehrsysteme der USA. Der Präsident hatte erst kürzlich gefordert, militärische Aktivitäten des Westens und die mögliche Stationierung von US-Raketen mittlerer und kürzerer Reichweite in Europa im Blick zu haben. Im kommenden Jahr sollen, kündigte er an, die russischen Streitkräfte weitere hochmoderne Waffensysteme erhalten. (mit dpa/AFP)

Leserbriefe zu diesem Artikel:

  • Jürgen H.: Loblied auf Aufrüstung Da die junge Welt eigentlich dafür bekannt sein dürfte, für weitere internationale Abrüstungsschritte zu werben, kommt es doch eher befremdlich daher, einen Jubelartikel »Hyperschnellrakete einsatzber...

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