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Aus: Ausgabe vom 16.12.2019, Seite 4 / Inland
Klimagerechtigkeit

Bündnis »Ende Gelände« auf der XXV. Internationalen Rosa-Luxemburg-Konferenz

Von Johannes Heidner
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Blockade der Schienen einer Kohlebahn bei Kathlower Mühle in der Lausitz (30.11.2019)

»Macht der Straße – Kampf um die Zukunft – Die Systemfrage beantworten«: Unter diesem Motto findet am 11. Januar 2020 die XXV. Internationale Rosa-Luxemburg-Konferenz in Berlin statt. Dort werden unter anderem Vertreter sechs unterschiedlicher Gruppen und Initiativen darüber berichten, mit welcher Perspektive sie auf den notwendigen Gesellschaftswandel blicken. An dieser Stelle skizzieren sie in der jungen Welt die Leitlinien ihrer Arbeit. In der heutigen Ausgabe tut das Johannes Heidner für das Aktionsbündnis »Ende Gelände«.

Wie viel Braunkohle hierzulande verfeuert wird, wusste vor ein paar Jahren wahrscheinlich nur ein Bruchteil der Deutschen. Vier Jahre später ist den meisten klar, dass Braunkohle unter der Erde liegen bleiben und der Abbau, so schnell es geht, beendet werden sollte. Wie genau dieses Thema die Öffentlichkeit erreichte, ist wahrscheinlich unmöglich nachzuvollziehen. Doch eines ist klar: Das Bündnis »Ende Gelände« trägt daran eine »Mitschuld«. Seit 2015 haben Tausende Menschen immer wieder Kohleinfrastruktur blockiert. Dieses Jahr blockierte »Ende Gelände« das erste Mal mit zwei Aktionen alle drei Braunkohlereviere Deutschlands: das Leipziger Land sowie das Lausitzer und das Rheinische Braunkohlerevier. Medienwirksam zeigen Aktivistinnen, wie weit sie für den Kampf gegen die Klimakrise bereit sind zu gehen und dass sie dafür auch ein Gerichtsverfahren in Kauf nehmen.

Darüber hinaus setzt sich »Ende Gelände« für Klimagerechtigkeit ein. Immer klarer kristallisiert sich heraus: Es braucht einen Systemwandel. Denn die Klimakrise ist auch ein Produkt unserer kapitalistischen Wirtschaftsweise, die auf Ausbeutung von Mensch und Natur basiert. Es wäre zu einfach zu sagen, dass Klimagerechtigkeit allein dadurch erreicht wird, an einigen kleinen Schrauben des Wirtschaftssystems zu drehen. Vielmehr braucht es gesamtgesellschaftliche Veränderungen. Daher appelliert »Ende Gelände« auch nicht an Regierungen. Diese werden den nötigen Wandel nicht in der kurzen Zeit vollziehen. Appelliert wird an die Gesellschaft, an mündige Menschen, die Bestandteil eines toxischen Systems sind.

»Ende Gelände« ist mit seiner Kritik nicht allein, sondern Teil einer internationalen Bewegung, in der nicht nur Appelle formuliert, sondern auch Alternativen ausprobiert werden. »Ende Gelände« ist basisdemokratisch organisiert, und unsere Aktionscamps sind Orte, an denen verschiedenste linke Menschen und Gruppen solidarisch zusammenkommen. Auch Menschen, die bisher keine Erfahrung mit zivilem Ungehorsam machten oder nicht Marx gelesen haben, sind herzlich willkommen und werden auf die Aktionen vorbereitet. Seit neuestem gibt es besondere Angebote für junge Menschen (»Anti-Kohle-Kidz«) und Personen, die beispielsweise eine Gehbehinderung haben (der »bunte Finger«).

Schon von Beginn an wird ein Fokus auf die europäische Vernetzung gelegt. Dieses Jahr beteiligten sich viele Menschen von »Ende Gelände« an dem Klimacamp »No grandi navi« in Venedig und an den Aktionen von »Power Beyond Border« in Großbritannien. Auch auf die themenübergreifende Vernetzung wird Wert gelegt, weshalb »Ende Gelände« unter anderem zu Protesten gegen die AfD aufrief und Blockaden gegen rechts organisierte.

www.ende-gelaende.org

Bisher schrieb an dieser Stelle bereits eine Vertreterin des Bündnisses »Rheinmetall entwaffnen«

rosa-luxemburg-konferenz.de

In der Serie XXV. Rosa-Luxemburg-Konferenz: Bewegungsrunde:

In der Bundesrepublik kommt es mittlerweile zu Demonstrationen von ungeahnter Dimension. Soziale Missstände und der Abbau demokratischer Rechte bringen immer mehr Menschen auf die Straße. Inwieweit wird dabei das kapitalistische System selbst infrage gestellt?

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