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Aus: Ausgabe vom 12.12.2019, Seite 14 / Feuilleton

Nachschlag: Nicht irgendwer

Vom Wert der Arbeit | Di, 22.45, ARD
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Kann er den Liter Milch für 30 Cent verkaufen, bleibt dem Landwirt ein Stundenlohn von sieben Euro: Aus der Dokumentation »Irgendwer zahlt immer – vom Wert der Arbeit«

»Irgendwer zahlt immer.« Dafür hätte der Staat das dreifache Geld gebraucht, erklärt Reinhold Würth mit Blick auf die 75.000 Jobs, die das Familienunternehmen bis 2017 geschaffen hat, nachdem er es 1954 übernommen hatte. Eine Arbeiterin verdient dafür nur 10,40 Euro die Stunde (brutto). Ein Außendienstangestellter erhält 40 Prozent des Lohnes fix, den Rest entsprechend der Leistung. Ob der Verkäufer erfolgreich ist, sehe man, so Unternehmer Würth, an der Größe seines Autos, das ihm vom Schraubenhandelskonzern gestellt wird. Der Verkäufer ist folglich bemüht, entweder mehr oder zu einem hohen Preis zu verkaufen. Beim Bauunternehmer kommt er da schon mal ins Schwitzen. Denn der will natürlich auch sparen, wo es geht. Ansonsten kauft er bei der Konkurrenz. Einen Kindergarten, für dessen Bau ein Architekt 2,3 Millionen Euro kalkuliert hat, baut seine Firma für 1,7 bis 1,8 Millionen Euro. Der »Preisnachlass« werde dann an alle Nachfolgeunternehmen weitergegeben – die ihren Angestellten weniger zahlen. Das ist nicht irgendwer. Der Arbeiter zahlt immer. (sk)

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