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Aus: Ausgabe vom 09.12.2019, Seite 14 / Feuilleton

Nachschlag: Staatliches Almosen

Interview | Sa, 12.16 Uhr, DLF
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»Zum Leben zu wenig, zum Sterben zu viel«, denkt sich manch einer beim Lesen des Rentenbescheides

Angesichts steigender Armut beurteilt der Sozialwissenschaftler Christoph Butterwegge im Deutschlandfunk-Interview die Pläne der SPD als unzureichend. Mit der viel diskutierten Grundrente, so Butterwegge, sollen etwa 1,5 Millionen Menschen, deren Rente nicht ausreicht, bessergestellt werden – mit im Schnitt 80 Euro. Die »Große Koalition« möchte dafür 1,5 Milliarden Euro bereitstellen. Damit sei die Unterstützung eher ein staatliches Almosen, meint Butterwegge. Statt auf durchschnittlich 808 Euro Grundsicherung kämen die Rentner dann auf 890 Euro im Monat. Mit der Forderung nach zwölf Euro Mindestlohn hängt die SPD selbst dem Erkenntnisstand der Bundesregierung hinterher. Um nach 45 Jahren Vollzeiterwerbstätigkeit im Alter nicht in die staatliche Grundsicherung zu fallen, müsse der Mindestlohn laut Bundesregierung 12,63 Euro betragen, erklärt der Sozialwissenschaftler. Eine Kindergrundsicherung, die weder die regionalen Lebenshaltungskosten noch die Armut der Familien in den Blick nimmt, sei ebenfalls zu kurz gedacht. (sk)

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