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Aus: Ausgabe vom 06.12.2019, Seite 14 / Feuilleton

Nachschlag: Deutscher Skripal

Interview | Mittwoch, 8.10 Uhr, DLF
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Beamte der Spurensicherung am 23. August 2019 im Kleinen Tiergarten in Berlin

Dem Russen ist alles zuzutrauen. Warum nicht auch ein Mord, mitten im Berliner Kleinen Tiergarten? Das sieht der Bundesanwalt so, deshalb wurden zwei russische Diplomaten ausgewiesen. Jetzt hat die BRD ihren »Fall Skripal«, meint der europapolitische Sprecher der FDP, Michael Link, im Interview mit Deutschlandfunk. Es sei ja so, »dass sich leider hier ein Muster abzeichnet«: Leute über den Haufen zu schießen oder zu vergiften. Dieser Russe! Am Tiergarten-Fall bleibt vieles mysteriös. Der »georgische Freiheitskämpfer«, der dort an einem Drogenhotspot starb, galt in den Medien erst als »tschetschenischer Islamist«, später als »Berater von Saakaschwili«, dem georgischen Kriegsherren. Klar ist, dass der Getötete eine Menge Feinde gehabt haben muss. Was er selbst auf dem Kerbholz und in Berlin zu erledigen hatte, will man gar nicht so genau wissen. Link weiß zumindest, wie man mit dem Russen zu reden hat: »Es ist sehr wichtig, dass man sehr, sehr deutlich die Dinge auf den Tisch legt.« (sc)

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