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Aus: Ausgabe vom 09.11.2019, Seite 14 / Feuilleton

Nachschlag: Hybrid-Verarschung

Monitor | Do., 21.45 Uhr, ARD
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Ein Herz für die Automobilindustrie

Klimaschutz made in Germany: Plug-in-Hybrid klingt nach sauberer Antriebstechnologie und wird als solche verkauft. Besonders beliebt sind diese Mischlinge aus Verbrennungs- und Elektroantrieb bei Dienstwagenfahrern. Wie »Monitor« aufzeigte, profitieren Hersteller und Kunde gleichermaßen. Der Autokonzern, weil der vermeintlich niedrige Schadstoffausstoß mit den hohen Emissionen anderer Fahrzeuge verrechnet werden darf und so trotz neuer Durchschnitts-Obergrenzen weiter dicke SUV verkauft werden können. Der Käufer, weil satte Steuervergünstigungen winken. Nur die Umwelt verliert: Um den E-Antrieb tatsächlich zu nutzen und so den Schadstoffausstoß auf das versprochene Maß zu drücken, müsste man alle 30 bis 40 Kilometer an die Steckdose. Das macht keine Sau, den Sprit zahlt ja die Firma. Am Ende subventioniert der Staat unter dem Label Klimaschutz fette Spritschleudern. »Monitor« spricht von einer Mogelpackung – ein niedlicher Ausdruck für diese Verarschung. (sst)

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