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Aus: Ausgabe vom 04.11.2019, Seite 1 / Ausland
Westafrika

Tote Soldaten nach Attacken in Mali

Angriffe auf Armeestützpunkt und französischen Militärkonvoi. IS reklamiert Taten für sich
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Ein malischer Soldat in Ndaki am 29. Juli 2019

Bei einem Angriff auf die Armee im westafrikanischen Mali sind mindestens 49 Soldaten getötet worden. Wie die Armee am Samstag mitteilte, wurden bei der Attacke auf einen Militärstützpunkt in Indelimane im Gebiet Ménaka nahe der Grenze zum Niger am Freitag drei weitere Soldaten verletzt. Mittlerweile sei die Lage in Indelimane unter Kontrolle. Die malische Regierung sprach von einem »Terrorangriff« und erklärte, in die betroffene Region sei Verstärkung geschickt worden, »um das Gebiet zu sichern und die Angreifer zu verfolgen«. Zu dem Angriff bekannte sich die Dschihadistenmiliz »Islamischer Staat« (IS). In einer in Onlinenetzwerken zirkulierenden Erklärung hieß es, »Soldaten des Kalifats« hätten den Stützpunkt angegriffen.

Am Samstag wurde nahe Ménaka zudem ein 24jähriger französischer Soldat getötet, als sein gepanzertes Fahrzeug von einer am Straßenrand plazierten Bombe getroffen wurde, wie der Präsidentenpalast in Paris mitteilte. Nach Angaben der französischen Armee bestand kein Zusammenhang mit der Tat vom Freitag. Allerdings bekannte sich der IS auch zu diesem Anschlag.

Erst am 30. September und am 1. Oktober waren bei zwei islamistischen Angriffen in der Nähe der Grenze von Burkina Faso im Süden Malis nach Angaben des malischen Verteidigungsministeriums 40 Soldaten getötet worden. Mehrere Quellen gingen allerdings von höheren Opferzahlen aus. 2012 hatten islamistische Gruppen die Kontrolle über den Norden Malis übernommen. 2014 wurde mit Unterstützung Frankreichs die »Antiterrorallianz G 5« ins Leben gerufen. Ihr gehören 5.000 Soldaten aus Burkina Faso, dem Tschad, Mali, Mauretanien und Niger an.

Die Bundeswehr beteiligt sich in Mali mit rund 1.000 Soldaten an der UN-Mission »Minusma« und an einem EU-Einsatz zur Ausbildung malischer Sicherheitskräfte. Eine Sprecherin der EU-Außenbeauftragten Federica Mogherini erklärte am Samstag, die EU stehe im Kampf gegen die Gewalt an der Seite der Regierung und des malischen Volkes. Die Stabilität Malis und der gesamten Sahelzone habe für die EU Priorität. (AFP/dpa/jW)

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