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Aus: Ausgabe vom 12.10.2019, Seite 14 / Feuilleton

Nachschlag: Kein durchgedrehter Gamer

»Maybrit Illner« | Do., 22.15, ZDF
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Trauer bundesweit: Blumen vor dem Eingang der Münchner Hauptsynagoge am Donnerstag

Die ZDF-Talkshow »Maybrit Illner« kam am Donnerstag abend immerhin ohne AfD-Vertreter in der Runde aus. Unter dem Titel »Anschlag in Halle – tödlicher Judenhass in Deutschland« diskutierten hier Sebastian Fiedler, Vorsitzender des Bundes Deutscher Kriminalbeamter, die zur jüdischen Gemeinde gehörende Autorin Marina Weisband, der Thüringer Verfassungsschutzpräsident Stephan J. Kramer, der ZDF-»Terrorismusexperte« Elmar Theveßen und Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU). Letzterer machte weniger die rechte Szene als vielmehr Computerspiele für die Radikalisierung des Doppelmörders verantwortlich, der am Mittwoch versucht hatte, ein Massaker in der Synagoge in Halle anzurichten. Weisband stellte klar, dass Jüdinnen und Juden sich in Deutschland seit Jahren gefährdet fühlen – gerade durch deutsche Nationalisten: »Die Erzählung, dass Antisemitismus immer muslimisch ist, das kauft doch keiner mehr. Da werden zwei Minderheiten gegeneinander ausgespielt, die sich beide nicht mehr sicher fühlen.« (clw)

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