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Er ist wieder da

Von Gabriele Damtew
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Längerfristiges Engagement geplant: Effe wird Manager beim KFC Uerdingen

Stefan Effenberg is back! Nicht als Experte auf der Wies’n oder im TV, sondern im Profifußballgeschäft. Der frühere Nationalspieler übernimmt beim drittklassigen KFC Uerdingen nicht etwa den vakanten Trainerposten, der unter dem chronisch unausgeglichenen Präsidenten und Investoren Michail Ponomarew als Schleudersitz gilt (drei gefeuerte Trainer seit Januar), sondern er lässt sich auf dem hochwertigeren Managerstuhl nieder. Im KFC-Zirkus scheint der »Tiger« ein längerfristiges Engagement zu planen, da Effe (mitsamt Ehefrau) von München nach Düsseldorf zieht, zweifellos eine feinere Adresse als das von Krefeld eingemeindete Uerdingen. Seit seiner erfolgreichen aktiven Karriere kann der ehemalige Gladbach- und Bayern-Spieler auf keinerlei Meriten zurückblicken; seine Tätigkeit als Übungsleiter beim damaligen Zweitligisten Paderborn endete 2016 nach nur knapp fünf Monaten, als sich der Verein auf einem Abstiegsplatz wiederfand, seine Trainerlizenz ist wegen versäumter Fortbildungen inzwischen ungültig. Und es bedarf keiner hellseherischen Fähigkeiten, Kontroversen mit dem allmächtigen Boss Ponomarew vorauszusagen. Glück auf! – wie es mal im Kohlenpott hieß.

Im Spiel zwischen Uerdingen und Magdeburg saß derweil der Interimstrainer Stefan Reisinger auf der Bank. In der Coachingzone der Gäste aus Magdeburg stand Stefan Krämer, auch einer mit KFC-History. Mit dem blassen 0:0 konnte keiner zufrieden sein. Immerhin ist Magdeburg seit zehn Spielen ungeschlagen. Siegreich ist trotzdem was anderes.

An der Tabellenspitze gab es keine Veränderungen, da die ersten drei Teams nicht gewinnen konnten. Unterhaching spielte zu Hause nur 2:2 gegen Münster, Braunschweig verlor auswärts überraschend gegen die zweite Garnitur der Bayern. Glück für den zweitplatzierten Halleschen FC, der im Ostduell gegen Zwickau nach Führung durch Morris Schröter erst kurz vor Abpfiff mit einem glücklichen Tor von Bentley Baxter Bahn ausgleichen konnte. Zwei Punkte habe man verschenkt, äußerte Baxter wenig selbstkritisch im Interview gegenüber dem MDR. Für seinen Trainer Torsten Ziegner war es dagegen »ein eindeutig gewonnener Punkt«, womit er ungewohnt euphemistisch seinen Ärger über das Remis im eigenen Stadion loswurde.

Dass in der dritten Liga tatsächlich jeder jeden schlagen kann (Vorsicht: Mantra!), bewies der Tabellenvorletzte aus Chemnitz. Eigentlich wollten die Duisburger durch einen Sieg endlich mal ganz nach oben, aber die Sachsen gewannen überraschend mit 3:1. »Wir haben vor niemandem Angst«, gab Torschütze Tarsis Bonga zu Protokoll.

Die Angst ging dagegen in der Pfalz um. Kaiserslautern war auf dem heimischen Betzenberg zum Gewinnen verdammt, und Tabellenletzter Jena wollte endlich mal einen Sieg in dieser Saison. Nach dem 3:1 des FCK wird es zappenduster im Jenaer Paradies. Mit nur einem Punkt nach elf Spielen will sich kein neuer Trainer an die Herkulesaufgabe Klassenerhalt heranwagen. Hätten Sie nicht Zeit und Lust?

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