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Aus: Ausgabe vom 26.09.2019, Seite 15 / Medien
»Inakzeptabel«

Keine Kinderspiele

Vernichtende Kritik von Testern der Stiftung Warentest an Handygames
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Abenteuer mit Risiken: »Pokémon Go«-Spieler 2019 in Berlin

Fachleute der Stiftung Warentest sind bei bei 14 geprüften Smartphone-Spieleapps zu einem vernichtenden Urteil gelangt: Die jungen Verbraucher würden zu teuren Käufen verleitet, Teile der Allgemeinen Geschäftsbedingungen enthielten unzulässige Klauseln und die Datenschutzerklärungen seien undurchsichtig, wie die Verbraucherschützer am Dienstag in Berlin mitteilten. Sie kritisierten Verweise auf Pornoseiten in Spielen. Auch seien Mitspieler mit rechtsextremen und faschistischen Pseudonymen und Sprüchen auffällig gewesen.

In einer App für Sechsjährige gab es demnach Werbung für ein Spiel, in dem unablässig Menschen erschossen werden. Viele dieser Zugänge verleiteten demnach auch zu teuren Käufen innerhalb der aufgerufenen Programme für etwa Rohstoffe oder Kostüme für Spielfiguren. Oft seien die Kosten sehr intransparent.

Fazit: Keines der 14 Handyspiele für Kinder, darunter »Minecraft«, »Clash of Clans« oder »Fortnite«, kann die Stiftung Warentest empfehlen. 13 stufte sie sogar als inakzeptabel ein. Das laut Warentest »am wenigsten schlimme« Spiel, »Pokémon Go«, wurde als »bedenklich« eingestuft.

Die AGB der meisten Apps ließen sich etwa bestätigen, dass man einer Überwachung zustimmt und keine Privatsphäre erwartet. Keine einzige Datenschutzerklärung erfülle die gesetzliche Forderung, die Hinweise dazu in einer einfachen kindgerechten Sprache zu geben. (AFP/jW)

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