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Aus: Ausgabe vom 23.09.2019, Seite 14 / Feuilleton

Nachschlag: Andere Welt

Re | Fr., 19.40 Uhr, Arte
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Der frischgebackene Abiturient Max Leissner hat von der EU ein Interrail-Ticket spendiert bekommen. Das nutzt er, um in kurzer Zeit so weit wie möglich herumzukommen

In den 1970er Jahren, als Schüler sich im Zeichen der Hippie-Bewegung in den Ferien mit dem Rucksack und sehr wenig Taschengeld aufmachten, der grauen BRD den Rücken zu kehren, wurde das Interrail-Ticket eingeführt, mit dem Jugendliche für einen Pauschalpreis wochenlang kreuz und quer mit der Bahn durch Westeuropa bis nach Marokko reisen konnten. Den Fahrschein gibt es immer noch, neuerdings wird er sogar von der EU unter 18jährigen verlost, um den Zusammenhalt in Europa zu fördern. Die Reportage »Abenteuer Interrail« zeigt mehrere Jugendliche auf ihrer Reise, z. B. einen Abiturienten aus Frankfurt am Main, der in zwei Wochen die Metropolen abklappert, oder drei Französinnen, die sich in Prag und Wien zum Malen inspirieren lassen. Aber ist das wirklich ein Abenteuer? Überall die gleichen Hochgeschwindigkeitszüge, Einkaufsmeilen, Reklamen! Wie glücklich war doch damals, wer, endlich in Marrakesch angekommen, einen Minztee trank, in einer zu jenen Zeiten komplett anderen Welt. (jt)

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