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Aus: Ausgabe vom 20.09.2019, Seite 15 / Feminismus
Für Selbstbestimmung

Militanter Protest gegen Abtreibungsverbot in Quito

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Quito. Das Parlament in Ecuador hat gegen eine Lockerung des Abtreibungsverbots gestimmt und damit wütende Aktivistinnen auf den Plan gerufen. Einige versuchten die Absperrungen vor dem Parlamentsgebäude in Quito zu überwinden. Ein Gesetzentwurf zur Neufassung der geltenden Bestimmungen war am Dienstag mit knapper Mehrheit abgelehnt worden. Damit bleiben Schwangerschaftsabbrüche selbst nach Vergewaltigungen und bei einer Missbildung des Fötus verboten. Bei einem Verstoß drohen zwischen sechs Monaten und zwei Jahren Haft. Abtreibungen sind nur dann erlaubt, wenn das Leben oder die Gesundheit der Mutter in Gefahr ist oder eine Frau mit geistiger Behinderung vergewaltigt wurde. Frauenrechtsgruppen fordern, Abtreibungen in jedem Fall von Vergewaltigung zuzulassen. Aktivisten zufolge bringen jedes Jahr rund 2.500 Jugendliche in Ecuador nach sexuellen Übergriffen ein Kind zur Welt. Rund 80 Prozent der Bevölkerung des konservativen südamerikanischen Landes sind katholisch. (AFP/jW)

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