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Aus: Ausgabe vom 17.09.2019, Seite 14 / Feuilleton

Nachschlag: Knietiefe Elbe

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Elbhafen Torgau am 28.7.2010

Die Elbe ist eine der wichtigsten Wasserstraßen der Bundesrepublik. Doch wegen langanhaltenden Niedrigwassers sitzt man vor allem in kleinen Binnenhäfen entlang des Flusses buchstäblich auf dem Trockenen. Am Sonntag abend sendete der Deutschlandfunk in der Reihe »Hintergrund« einen Beitrag über die gegensätzlichen Interessen von Naturschützern auf der einen, Reedereien und Bundesregierung auf der anderen Seite.

Letztere ist bekanntlich auf der Seite des Kapitals und forciert daher nach wie vor den Ausbau der Binnenschifffahrt. Der ist laut Frachtunternehmen alternativlos, erscheint aber angesichts anhaltender Trockenphasen zunehmend widersinnig. Über den Ausfall der Elbe als Transportweg auch für Standorte des Siemens-Konzerns sind Umweltverbände und -politiker weniger unglücklich. Am Ende dürften sich Unternehmen auch aufgrund eines Abkommens mit der Tschechischen Republik über weitere Millionensummen für die »Modernisierung« der Elbe freuen – ob sie genug Wasser führt oder nicht. (mb)

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