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Aus: Ausgabe vom 12.09.2019, Seite 11 / Feuilleton
Fotografie

Robert Frank gestorben

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Robert Frank, einer der Pioniere der Dokumentarfotografie, ist nicht mehr unter den Lebenden

Der Fotograf Robert Frank ist tot. Frank sei am Montag im Alter von 94 Jahren im kanadischen Inverness gestorben, berichtete die New York Times am Dienstag unter Berufung auf seine Galerie in New York. Der 1924 in Zürich geborene Frank galt als einer der einflussreichsten Fotografen des 20. Jahrhunderts und gehörte zeitweise zum Kreis der Schriftsteller der Beat Generation. Er war als junger Mann in die USA gekommen und fotografierte bei seinen Reisen durch das Land die Menschen auf völlig neue Art und Weise: spontan, ungekünstelt, schwarzweiß, dokumentarisch. Sein daraus entstandenes Fotobuch »The Americans« (1958) gilt als Klassiker. Weniger einflussreich als mythisch ist Franks Dokumentarfilm »Cocksucker Blues« (1972) über die hedonistische Leere im Tourleben der Rolling Stones. Aus Angst vor juristischen Konsequenzen versuchte die Band dessen Verbreitung zu verhindern. Laut einem Gerichtsurteil durfte Frank ihn jahrzehntelang nur fünfmal im Jahr und in seiner Anwesenheit öffentlich vorführen. Dafür schaffte der Film es als Reverenz in Don DeLillos berühmten postmodernen Gesellschaftsroman »Unterwelt« (1997). (dpa/jW)

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