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Aus: Ausgabe vom 29.08.2019, Seite 8 / Abgeschrieben

Zu den Waldbränden in Südamerika

Außerdem: Kriege und Kriegstreiberei beenden! Abrüsten statt aufrüsten
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Luftaufnahme des Waldbrandes am 24. August im brasilianischen Porto Velho

Am vergangenen Freitag beantragte die Regierung Venezuelas eine Sondersitzung der Organisation der Amazonasanrainer, um gemeinsame Maßnahmen gegen die verheerenden Waldbrände zu diskutieren. Nachdem deren Einberufung von den rechtsgerichteten Regierungen der Region abgelehnt wurde, weil diese die Rechtmäßigkeit der gewählten Regierung in Caracas nicht anerkennen, veröffentlichte Venezuela am Wochenende eine offizielle Erklärung dazu:

Die Regierung der Bolivarischen Republik Venezuela prangert vor der internationalen Gemeinschaft die unerhörte Haltung einiger Regierungen der Amazonasregion an, die sich Mitglieder der selbsternannten Lima-Gruppe nennen und sich aus ideologischen Gründen der Einberufung einer angemessenen und unverzichtbaren Sondersitzung der Organisation des Amazonischen Kooperationsabkommens (OTCA) widersetzen, deren Ziel es angesichts der schweren Brände in Amazonien sein soll, gemeinsame Entscheidungen und Maßnahmen zu erörtern und zu koordinieren.

In einer absolut abzulehnenden und kleinkarierten Haltung entscheiden sich die genannten Regierungen dafür, ihrem zwanghaften ideologischen Fundamentalismus Vorrang vor ihrer ethischen und rechtlichen Verpflichtung zu geben, die Urwälder und tropische Fauna des Amazonas sowie die in der Region lebenden originären Gemeinden und Völker vor den verheerenden Folgen der ausgebrochenen Waldbrände zu schützen und zu bewahren.

Die Bolivarische Regierung Venezuelas ruft diese Gruppe von Regierenden auf, ihre untätige, unbewusste und umweltfeindliche Haltung aufzugeben und die von ihren Staaten in der ­OTCA übernommenen Verpflichtungen zu erfüllen. Zugleich bekräftigt sie ihre Bereitschaft, ohne Zeitverzug zu handeln und sich sofort den koordinierten Aktionen im Kampf gegen die Feuer und zur Versorgung der betroffenen Bevölkerung und Gebiete anzuschließen.

Caracas, 24. August 2019

Übersetzung: André Scheer

Die Berliner Friedenskoordination rief am Mittwoch zur Kundgebung am Antikriegstag, 1. September, auf: »Kriege und Kriegstreiberei beenden! Abrüsten statt aufrüsten«

Anlässlich des 80. Jahrestages des Überfalls auf Polen durch die deutsche Wehrmacht rufen die Gruppen der Berliner Friedenskoordination am 1. September 2019 (Antikriegs-/Weltfriedenstag) zu einer Kundgebung auf dem Pariser Platz (Berlin) auf.

Die Veranstaltung steht unter dem Motto: »80 Jahre nach Beginn des Zweiten Weltkrieges kann es nur heißen: Kriege und Kriegstreiberei beenden! Abrüsten statt aufrüsten«.

Von 13 bis 17 Uhr findet ein Programm mit Reden, Musik und Aktionen statt, an 25 Ständen laden unterstützende Gruppen aus der Friedens- und Sozialbewegung und Parteien dazu ein, sich zu informieren oder selbst aktiv zu werden.

In der heutigen Zeit, in der zahlreiche Kriege Menschen in den Tod reißen oder zu Flüchtenden machen, die Kriegstreiberei stetig zunimmt, die Militarisierung unserer Gesellschaft zur Normalität verkommt, ist es wichtiger denn je, die deutsche Regierung in die Pflicht zu nehmen, ihrer Verantwortung nachzukommen, damit »von deutschem Boden nur Frieden ausgeht«, wie es im Zwei-plus-vier-Vertrag völkerrechtlich bindend festgelegt wurde.

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