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Aus: Ausgabe vom 19.08.2019, Seite 14 / Feuilleton

Nachschlag: Halb so wild

Wochenendjournal | Sa., 9.10, DLF
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Beschäftigte der Metall- und Elektroindustrie aus den Ländern Berlin und Brandenburg demonstrieren am 28.11.1990 vor dem Gebäude der Treuhandanstalt in Berlin gegen den Abbau von Arbeitsplätzen

Die flächendeckende Abwicklung der DDR-Betriebe Anfang der 1990er Jahre bzw. die Rolle der Treuhand dabei wurde noch nicht gründlich erforscht. Nach dem Dafürhalten von Sabine Adler ist das auch gar nicht nötig. Gegen die Treuhand zu wettern sei »wohlfeil«, so Adler in ihrer Reportage über das Leben im Mansfelder Land im Süden von Sachsen-Anhalt. »Denn die Behörde gibt es nicht mehr.« Und die Lage im Osten »schlechter zu reden, als sie ist« würde Ostdeutsche in die »Opferrolle drängen«. Laut Adler gebe es Unternehmen, die sich »dank« Treuhand »positiv entwickelt« hätten. Als Beispiel dient ihr etwa die Montanwachsfabrik Romonta, in der von ehemals 4.000 Beschäftigten noch 200 arbeiten. Oder das ehemalige Kupferwalzwerk Hettstedt. Das wurde von der Treuhand erst als nicht sanierungsfähig eingestuft, sei dann aber mit 100 Millionen DM bezuschusst worden. Nach mehreren Eigentümerwechseln gehört das Walzwerk jetzt zur KME Mansfeld GmbH. Von ehemals 8.000 Arbeitern sind noch 1.200 dabei. Klingt nach einer Erfolgsgeschichte. (sk)

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