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Popjournalismus

Happy birthday, Musikexpress!

Wollte man in den elend langsamen Zeiten vor der Erfindung des Internets in Sachen Musik up to date bleiben, las man tatsächlich Musikpresse und Fanzines. Nicht unbedingt die coolste, aber eine der wichtigsten Publikationen war lange der Musikexpress, der ursprünglich in den Niederlanden von Konzertmanager Paul Acket zu Werbezwecken gegründet worden war. Ab 1969 erschien in Köln eine deutsche Ausgabe, auf dem ersten Cover: Mike Love von den Beach Boys. Progressiver wurde es nicht. 1983 fusionierte man unter dem Schweizer Verleger Jürg Marquard mit der stilistisch wie theoretisch wesentlich avancierteren Sounds, was letzterer den Garaus machte. Seit 2000 erscheint der Musikexpress bei der alten Mutter des größtmöglichen Unfugs, Axel Springer, und darf monatlich mit dem Verlagskollegen vom deutschen Rolling Stone ausknobeln, wer langweiliger ist. Trotzdem verkauft man ­angeblich noch 50.000 Exemplare (obwohl der ­hervorragende Michael Sailer schon lange weg ist). Von der gerade erschienenen Jubiläumsausgabe dürften es vielleicht ein paar mehr werden. Wir gratulieren! (jW)

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Erschienen in der Ausgabe vom 15.08.2019, Seite 10, Feuilleton

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