Der Schwarze Kanal
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Aus: Ausgabe vom 15.08.2019, Seite 1 / Ausland
Hongkong

US-Kriegsschiffe aus Hongkong abgewiesen

Gewalttätige Übergriffe am Flughafen. China protestiert gegen westliche Einmischung
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Fu Guohao, Reporter der chinesischen Zeitung Global Times, wird am 13. August von randalierenden Demonstranten am Hongkonger Flughafen misshandelt

China hat zwei Schiffen der US-Marine die Einfahrt in den Hafen von Hongkong untersagt, wie die US-Pazifikflotte in der Nacht zu Mittwoch mitteilte. Dem Vize-Sprecher der US-Pazifikflotte Nate Christensen zufolge sollten die beiden Marineschiffe »USS Green Bay« und »USS Lake Erie« in den kommenden Wochen einen Zwischenstopp im Hafen von Hongkong einlegen.

Zuvor hatte US-Präsident Donald Trump bei Twitter behauptet, dass die »chinesische Regierung Truppen an die Grenze zu Hongkong verlegt« habe. Beweise nannte er nicht. Chinesische Medien hatten berichtet, dass Polizeifahrzeuge zu Übungszwecken in die südchinesische Metropole Shenzhen entsandt wurden. Beijing wirft seinerseits »westlichen Regierungen« vor, die Ausschreitungen in Hongkong zu fördern. Medienberichten zufolge hatte sich eine US-Konsulatsmitarbeiterin mit Aktivisten in Hongkong getroffen.

Die seit Monaten anhaltenden Proteste zeigten zunehmend »Anzeichen von Terrorismus«, teilte die chinesische Regierung mit. Bei den jüngsten Blockaden des Hongkonger Flughafens am Montag und Dienstag war es seitens der Protestierenden zu schweren Übergriffen auf vermeintliche Bürger der Volksrepublik China gekommen: So wurde unter anderem ein Journalist der Zeitung Global Times von Demonstranten gefesselt und misshandelt. Die Hongkonger Polizei konnte mehrere schwer verletzte Menschen aus dem Flughafen retten. »Wir verurteilen diese terrorartigen Aktivitäten auf das Schärfste«, sagte eine Sprecherin des für die Sonderverwaltungszonen Hongkong und Macau zuständigen Büros des chinesischen Staatsrats am Mittwoch.

Der Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses im Parlament des Vereinigten Königreichs, Tom Tugendhat, hat am Mittwoch vorgeschlagen, Bürgern der ehemaligen britischen Kronkolonie die britische Staatsbürgerschaft zu geben. Diesen Schritt hätte sein Land bereits nach der Übergabe Hongkongs an China 1997 tun sollen, sagte Tugendhat nach einem Bericht des Guardian (Mittwoch). (dpa/Reuters/jW)

Leserbriefe zu diesem Artikel:

  • Achim Lippmann: Hochgradig irrwitzig Ich finde es genauso verbrecherisch, wie als die Nazis im Volkssturm 14-, 15- und 16jhrige sinnlos in letzter Minute verheizten, wie hauptsächlich Jonny Lai, aber auch US-Offizielle oder andere westli...