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Aus: Ausgabe vom 10.08.2019, Seite 14 / Feuilleton

Nachschlag: Polizeiliche Fake News

Monitor | Do., 21.45 Uhr, ARD
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Überlegen noch, ob sie hineingehen sollen: Beschäftigte vom Sicherheitsdienst vor dem Rheinbad (Düsseldorf, 29.7.2019)

Von Tag zu Tag wird deutlicher, wie dreist und systematisch weite Teile von Polizei, Politik und Medien daran arbeiten, mit Mitteln der Desinformation – neudeutsch: Fake News – den Diskurs nach rechts zu schieben. Das Politmagazin »Monitor« illustrierte diese Strategie am Fall der Aufregung um das Rheinbad in Düsseldorf. Nach einem Polizeieinsatz am 26. Juli wurde über alle medialen Kanäle verbreitet, dort hätten rund 60 nordafrikanische Jugendliche randaliert. AfD-Chef Jörg Meuthen schrieb im Internet, das passiere, wenn eine Gesellschaft »unkontrollierte Massenmigration« zulasse. »Monitor« fand heraus, dass an der Sache nicht das geringste dran war. Es gab ein Gerangel an der Rutsche wie in Hunderten anderen Freibädern, jemand rief die Polizei. Ein Polizeisprecher behauptete wahrheitswidrig, es hätten »50 bis 60 Jugendliche nordafrikanischen Typs« randaliert. Die Lawine ging ab. Es ist zu befürchten, dass wir demnächst noch mehr dergleichen erleben werden. (kst)

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