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Aus: Ausgabe vom 07.08.2019, Seite 6 / Ausland
USA Uruguay Venezuela

Risikoreiseland USA

Nach Anschlägen raten Uruguay und Venezuela ihren Bürgern von Reisen in die Vereinigten Staaten ab
Von Frederic Schnatterer
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Der mexikanische Außenminister Marcelo Ebrard am vergangenen Montag auf einer Pressekonferenz zum Anschlag in El Paso, Texas

Die Anschläge vom vergangenen Wochenende in den USA haben auch in Lateinamerika Reaktionen hervorgerufen. Während der mexikanische Außenminister Marcelo Ebrard am Montag mit El Paso einen der Tatorte besuchte, haben Uruguay und Venezuela vor Reisen in die Vereinigten Staaten gewarnt. Am Montag (Ortszeit) veröffentlichten die Außenministerien beider Länder entsprechende Erklärungen. Uruguay begründet den Schritt mit der »zunehmenden Gewalt« in den USA, »die in den ersten sieben Monaten dieses Jahres mehr als 250 Menschen das Leben kostete«.

Am Samstag waren bei zwei Attacken 31 Personen getötet und 53 verletzt worden. In El Paso an der Grenze zu Mexiko erschoss ein 21jähriger insgesamt 22 Menschen. In Dayton im Bundesstaat Ohio ermordete ein Schütze neun Personen. Während das Motiv für Dayton noch als unklar gilt, verdichten sich die Hinweise, dass der Täter in El Paso aus rassistischen Gründen mordete. In einem kurz vor der Tat im Internet veröffentlichten »Manifest« heißt es, er wolle die »mexikanische Invasion« stoppen. Sieben der insgesamt 22 Todesopfer hatten die mexikanische Staatsangehörigkeit.

Für das venezolanische Außenministerium kein Zufall. So seien die Taten ein »Echo der von rassistischer Diskriminierung und Hass gegen Migranten geprägten Diskurse und Handlungen, die von der politischen Elite in Washington« ausgingen. Und auch Uruguay verweist darauf, dass die US-Behörden nicht in der Lage seien, Hassverbrechen, worunter auch Rassismus und Diskriminierung fielen, zu verhindern.

Aus diesem Grund empfehlen die Regierungen ihren Bürgern, bestenfalls von Reisen in die Vereinigten Staaten abzusehen und zur Not größere Menschenansammlungen zu meiden. Der Vorstoß aus Montevideo könnte jedoch auch einen weiteren Grund haben. So hatte Washington erst am vergangenen Freitag seine Bürger vor zunehmender Kriminalität in dem im Vergleich zu anderen südamerikanischen Ländern als besonders sicher geltenden Uruguay gewarnt.

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