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Aus: Ausgabe vom 05.08.2019, Seite 1 / Inland
CDU und SPD suchen nach Antworten

AfD führt laut Umfrage in Ostdeutschland

Rechte vor Erfolgen bei Landtagswahlen in Brandenburg, Sachsen und Thüringen
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Andreas Kalbitz, Vorsitzender der AfD in Brandenburg, beim Wahlkampfauftakt im sächsischen Lommatzsch (14.7.2019)

Die AfD ist in Ostdeutschland wenige Wochen vor den Landtagswahlen in Brandenburg, Sachsen und Thüringen einer Erhebung zufolge die stärkste Kraft. In einer von Bild am Sonntag veröffentlichten Emnid-Umfrage erreicht die AfD 23 Prozent und liegt damit knapp vor der CDU mit 22 Prozent. Bei einer hypothetischen Bundestagswahl am Sonntag hätten demnach 14 Prozent der ostdeutschen Wähler Die Linke gewählt, 13 Prozent Bündnis 90/Die Grünen und elf Prozent die SPD. Die FDP käme auf sieben Prozent. In Westdeutschland ergibt die Erhebung ein deutlich anderes Bild: Hier würde demnach die Union mit 27 Prozent auf dem ersten Platz liegen, gefolgt von den Grünen mit 25 Prozent. Die SPD käme im Westen auf 13 Prozent, die AfD auf zwölf. Für die FDP würden sich neun Prozent der westdeutschen Wähler entscheiden, für Die Linke sieben Prozent.

Die in Sachsen und Brandenburg im Wahlkampf stehenden Ministerpräsidenten Michael Kretschmer (CDU) und Dietmar Woidke (SPD) kritisierten die AfD scharf. Von der Partei komme »eine Tonlage, die wir bisher nur von der NPD kannten«, sagte Kretschmer am Sonnabend gegenüber Focus online. Kretschmers Brandenburger Kollege Woidke attackierte die AfD ebenfalls. Sie versuche, »Nektar daraus zu saugen, dass wir in vielen Teilen, was die Erwartung auch der Menschen in die deutsche Einheit betrifft, da noch nicht so weit sind, wie wir es gerne wollten«, sagte er am Sonntag im Deutschlandfunk.

Der brandenburgische CDU-Chef Ingo Senftleben rechnet derweil nicht damit, dass die große Koalition in Berlin noch lange im Amt sein wird. Er glaube, »dass die Landtagswahlen im Osten den Zerfall der Groko beschleunigen werden«, sagte er laut Tagesspiegel am Sonntag. Als Grund nannte er die Situation der SPD: »An der Parteispitze gibt es einen freien Platz, und es wird sich nicht darum gedrängelt, ihn zu besetzen.« Mit schlechten Ergebnissen bei den Landtagswahlen am 1. September in Sachsen und Brandenburg würden bei den Sozialdemokraten weitere Diskussionen ausbrechen. In Thüringen wird am 27. Oktober ein neues Parlament gewählt. (AFP/dpa/jW)

Leserbriefe zu diesem Artikel:

  • Armin Christ: Heulen und Jammern Da wird gejault und gejammert von seiten der SDP/CDU/FDP/Grünen und eben auch der Linken. Die Tonlage der AfD ist es nicht, die was ausmacht, denn diese ist den oben genannten Herrschaften wohlvertrau...

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