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Aus: Ausgabe vom 25.07.2019, Seite 2 / Ausland
Iran

Iran will Tankertausch

Teheran: »Sind nicht stur«. Drohnenabschuss dementiert
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Dieses britische Aufklärungsfoto zeigt angeblich, wie ein Schnellboot der iranischen Revolutionsgarden den Tanker »Stena Imperio« in der Straße von Hormus umfährt (21.7.2019)

Zur Beilegung des Tankerstreits mit Großbritannien hat der iranische Präsident Hassan Rohani einen Austausch der festgesetzten Öltanker beider Länder angeregt. »Wir wollen keine Spannungen«, sagte Rohani bei einer Kabinettssitzung am Mittwoch. Der Iran sei nicht stur und wolle keinen Konflikt mit den Briten und Europäern am Persischen Golf. Wenn sich die Briten auch in Gibraltar an die Vorschriften hielten, würden sie eine angemessene Antwort erhalten.

Am 4. Juli war ein Supertanker mit Öl aus dem Iran in Gibraltar an die Kette gelegt worden. Die Briten argumentieren, der Tanker habe Erdöl für Syrien an Bord, was gegen EU-Sanktionen verstoße. Am 19. Juli hatten die Iranischen »Revolutionsgarden« den unter britischer Flagge fahrenden Tanker »Stena Impero« festgesetzt. Zur Begründung hieß es, das Schiff habe internationale Regeln der Seefahrt nicht eingehalten, sein GPS-System ausgeschaltet und umweltschädigende Materialien an Bord.

Die Reederei der »Stena Impero« teilte am Mittwoch mit, sie habe am Dienstag abend erstmals mit der Besatzung sprechen können. Der Kapitän habe erklärt, dass die Besatzung in Sicherheit sei und dass gut mit den an Bord gegangenen Iranern kooperiert werde.

Angesichts der Eskalation hatte der britische Außenminister Jeremy Hunt einen europäischen Militäreinsatz zum »Schutz der Handelsschiffe« in der Straße von Hormus angeregt. Die Reaktionen darauf waren zurückhaltend. Die Bundesregierung betonte den Vorrang diplomatischer Bemühungen und erklärte, sie beteilige sich an den Gesprächen.

Der iranische Verteidigungsminister Amir Hatami dementierte am Mittwoch Berichte, denen zufolge das US-Militär eine zweite iranische Drohne abgeschossen haben könnte. »Keine einzige unserer Drohnen wurde abgeschossen oder zerstört, und alle sind weiterhin im Einsatz«, sagte er laut der Agentur ISNA. Falls die US-Amerikaner wirklich eine Drohne abgeschossen hätten, sollten sie Videos dazu veröffentlichen.

Das Zentralkommando des US-Militärs hatte laut Fox News am Dienstag erklärt, dass vergangene Woche in der Straße von Hormus zwei Drohnen ins Visier genommen worden seien, von denen eine vom Marineschiff »USS Boxer« definitiv zerstört worden sei; für die zweite gebe es keine Bestätigung. (dpa/jW)

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