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Aus: Ausgabe vom 20.07.2019, Seite 8 / Abgeschrieben

Büchel ist überall – Atomwaffenfrei jetzt!

Außerdem: Exzellenz bringt Exklusion

Im Rahmen der Kampagne »Büchel ist überall – Atomwaffenfrei.jetzt« mahnen die Quäker am Freitag: Atomwaffen abschaffen!

Vom 27. bis 30. Juli 2019 werden Mitglieder der Religiösen Gesellschaft der Freunde (Quäker) ihren Protest gegen die im Fliegerhorst Büchel gelagerten Atomwaffen deutlich zum Ausdruck bringen. In Cochem und an den Zufahrtsstraßen zum Atomwaffenlager wollen sie sich mit aufklärenden Informationen, einer Mahnwache und gewaltfreien Blockaden für die Abschaffung und die Vernichtung dieser lebensbedrohenden Waffen einsetzen. Die Teilnehmenden kommen aus ganz Deutschland, England und den USA.

Getragen fühlt sich die Gruppe durch eine Erklärung der Deutschen Jahresversammlung der Freunde (Quäker) von 2017: »Erneut erheben wir, die heute in Pyrmont versammelten Mitglieder der Religiösen Gesellschaft der Freunde (Quäker), die Stimme gegen die anhaltende Lagerung, die Bereitstellung und die geplante Erhöhung der Einsatzbereitschaft von Atomwaffen auf deutschem Boden. Wir wollen unter keinen Umständen durch Atomwaffen ›geschützt‹ werden. Ebenso wenig wollen wir zulassen, dass irgendwo andere Menschen einen Atomwaffenangriff erleiden müssen. (…)

Die unermessliche Bedrohung besteht weiterhin und wächst sogar, wie gegenwärtig der schwelende Atomwaffenkonflikt zwischen Nordkorea und den USA mit seinen wechselseitigen Drohungen belegt.

Deshalb fühlen wir uns eins mit denjenigen von uns und all den anderen, die es aus religiösen oder Gewissensgründen für dringlich halten, sich am deutschen Atomwaffenstandort Büchel und anderen militärischen Zentren entschieden und gewaltfrei zu widersetzen, u. U. auch mit zivilem Ungehorsam. Wir begleiten sie mit Zustimmung bei ihren Aktivitäten.«

Nicole Gohlke, hochschul- und wissenschaftspolitische Sprecherin der Bundestagsfraktion der Partei Die Linke, erklärte am 19. Juli 2019: »Exzellenz bringt Exklusion«!

Die heutige Entscheidung bedeutet einen weiteren Schritt zur Zweiteilung der deutschen Hochschullandschaft. Die ausgewählten Hochschulen bekommen für sieben Jahre den Status der Exzellenz zugeschrieben und profitieren von den ausgelobten finanziellen Zuwendungen. Mit jeder neuen Runde dieses Wettkampfs verbessern sich die Chancen der Gewinner aus der vorigen Runde, während der Rest das Nachsehen hat. Unter der einseitigen Fokussierung auf Forschung und Drittmitteleinwerbung leiden die Fachhochschulen, die einen immens wichtigen Beitrag zur Wissensvermittlung und zum Wissenstransfer leisten. (…)

Weder die Beschäftigungsbedingungen der Lehrbeauftragten und des akademischen Mittelbaus noch die Qualität der Betreuung der Studenten gehen in die Bewertung der Exzellenzstrategie ein. Andererseits spielt schon die reine Quantität der Publikationen eine entscheidende Rolle bei der Bewertung der Bewerbungen. Diese Auswahlmethode stellt Sinn und Zweck der ganzen Strategie in Frage, gerade auch wenn es darum gehen soll, mit den Universitäten der Ivy League gleichzuziehen. Es wäre gut, wenn die Gewinner ihren Zugewinn an Mitteln und Prestige in Verbesserungen für alle Beteiligten am Forschungs- und Lehrprozess investieren würden. Im Wettbewerb mit den außeruniversitären Forschungseinrichtungen um Forschungsergebnisse und öffentliche Mittel werden sie nach dem Willen der Bundesregierung ohnehin unterliegen.

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