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Aus: Ausgabe vom 17.07.2019, Seite 14 / Feuilleton

Nachschlag: Paris setzt Prioritäten

Europa heute | Mo., 9.10 Uhr, DLF
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Ein maskierter Demonstrant der »Gelbwesten«-Bewegung während einer Protestaktion (16.2.2019)

Nicht nur in der BRD drischt die Polizei gerne auf Demonstranten ein, die gegen unhaltbare soziale Verhältnisse protestieren. In den letzten Monaten haben sich da vor allem die Freunde und Helfer in Frankreich hervorgetan. Die versuchen Woche für Woche zu Tausenden, die »Gelbwesten« im Land in Schach zu halten. Seit November hat es unter den Demonstranten mehrere hundert teils schwer Verletzte gegeben.

Bei so viel polizeilichem »Engagement« ist klar, dass weniger Prioritäres vernachlässigt werden muss. Darüber berichtete der Deutschlandfunk in einem Feature. Dort heißt es, dass in Paris im Vergleich zum Vorjahr die Zahl der Anzeigen wegen Taschendiebstahls um ein gutes Drittel gestiegen ist, die Anzeigen zu Einbrüchen um elf Prozent. In der Untergrundbahn habe es 70 Prozent mehr Diebstähle und sexuelle Übergriffe gegeben.

Verantwortlich gemacht werden dafür natürlich die von der Polizei zusammengeschlagenen Demonstranten. Nicht die Verhältnisse, gegen die sie auf die Straße gehen. (mik)

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