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Aus: Ausgabe vom 13.07.2019, Seite 1 / Kapital & Arbeit
Weltmarkt

China gibt nicht klein bei

Beijing verhängt Sanktionen gegen US-Firmen. Handelskrieg im Außenhandel spürbar
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US-Präsident Donald Trump hat es auf die Volksrepublik abgesehen

Der chinesische Außenhandel ging im Juni insgesamt um vier Prozent zurück. Der Handel mit den USA brach um mehr als 13 Prozent ein, wie der chinesische Zoll am Freitag in Beijing mitteilte. Chinas Importe aus den USA mussten ein Minus von 31,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat hinnehmen. Chinesische Exporte in die USA gingen weiter deutlich um 7,8 Prozent zurück.

Die chinesischen Ausfuhren in die ganze Welt fielen um 1,3 Prozent, während die Importe stärker als erwartet um 7,3 Prozent absackten. Schon im Mai hatte es einen Rückgang um 8,5 Prozent gegeben. Seit Jahresanfang ging Chinas Außenhandel damit um zwei Prozent zurück. Die Exporte stagnierten praktisch mit einem minimalen Plus von 0,1 Prozent, während die Importe um 4,3 Prozent fielen.

In dem seit einem Jahr anhaltenden Handelskrieg der USA gegen China deutet sich auch keine Entspannung ab. Selbst nach der Einigung von US-Präsident Donald Trump und Chinas Staats- und Parteichef Xi Jinping Ende Juni am Rande des Gipfels der großen Industrieländer (G 20) in Osaka in Japan auf eine Wiederaufnahme der Gespräche finden beide Seiten noch nicht wieder an den Verhandlungstisch zurück.

Trump zeigte sich enttäuscht, dass China seine Käufe von landwirtschaftlichen Produkten in den USA seither nicht ausgeweitet hat. »China lässt uns hängen«, schrieb der US-Präsident auf Twitter. Aus seiner Sicht hat China bei dem Treffen in Osaka zugesagt, mehr Agrarprodukte in den USA zu kaufen, was von chinesischer Seite aber nie bestätigt worden ist. Nach Presseberichten macht Xi Jinping solche Einkäufe vom weiteren Verlauf der Verhandlungen abhängig.

Am Freitag verhängte China zudem Sanktionen gegen US-Firmen, die an dem jüngsten Waffengeschäft der USA mit Taiwan beteiligt sind. Der Sprecher des Außenministeriums, Geng Shuang, sagte in Beijing, die Rüstungslieferungen seien eine »ernste Verletzung« der Vereinbarungen zwischen China und den USA und untergrabe die Souveränität und nationale Sicherheit der Volksrepublik. Details der Strafmaßnahmen nannte er zunächst nicht. (Reuters/jW)

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