Gegründet 1947 Freitag, 19. Juli 2019, Nr. 165
Die junge Welt wird von 2201 GenossInnen herausgegeben
Aus: Ausgabe vom 06.07.2019, Seite 14 / Feuilleton

Nachschlag: Propaganda für Putschisten

Interview | Fr., 8.20, DLF
RTS2D95Y.jpg
Solidarität mit Venezuela bei einer Kundgebung am 1. Februar in Istanbul

Christoph Heinemann interviewt im Deutschlandfunk den »Vertreter des venezolanischen Übergangspräsidenten Juan Guaidó in Deutschland« (O-Ton DLF), Otto Gebauer. Und beweist damit einmal mehr, warum man sich vor einem Interview auf den Gesprächspartner vorbereiten sollte. Heinemann beschränkte sich darauf, seinem Gegenüber Stichworte zu liefern und auf Nachfragen zu verzichten. Und so konnte sich Gebauer in Schauermärchen ergehen. Venezuelas Präsident Nicolás Maduro – dem der Deutschlandfunk diesen Titel verweigert – könne sich nur an der Macht halten, weil »der Geheimdienst Sebin, Nationalgarde, Milizen, die FARC« das Volk »in einem Zustand der Unterwerfung« hielten. Und deutsche Linke sollten, »bevor sie mitreden, (…) die Verfassung von Venezuela kennenlernen« – sagt einer, der im April 2002 direkt am Militärputsch gegen den demokratisch gewählten Präsidenten Hugo Chávez beteiligt war. Wer solche Journalisten hat, braucht keine Propagandisten mehr. (scha)

kurzlink.de/dlf-gebauer

Mehr aus: Feuilleton