Der Schwarze Kanal
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Aus: Ausgabe vom 01.07.2019, Seite 14 / Feuilleton

Nachschlag: Röttgens Weltvermessung

Interview | Sa., 8.10 Uhr, DLF
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Es juckt: Norbert Röttgen sorgt sich um die USA

Was macht Norbert Röttgen? Sie erinnern sich: Umweltminister, NRW-Spitzenkandidat der CDU, nach der Wahl 2012 dann beides nicht mehr. Heute ist er Vorsitzender des Auswärtigen Ausschusses im Bundestag. Um einmal im Quartal in die Medien zu kommen, reicht das. Röttgen also hat sich den Globus angeschaut und kommt zu folgendem Befund: »Die USA sind nicht ersetzbar.« Nun gut, hatte denn irgendwer geplant, sie auszutauschen? Durch ein Naturschutzgebiet zum Beispiel? Gleich ganz im Ozean versenken? Nichts dergleichen. Was Röttgen sagen will, ist folgendes: Die USA seien, trotz des Präsidenten Trump, nach wie vor ernst zu nehmen. Auch wenn eigentlich alles schiefläuft. Klimaschutz, Handelskrieg, Blockadepolitik – das Leuchtfeuer des »freien Westens« hat sich abgekühlt. Doch Röttgen sieht Licht am Ende des Tunnels: »Netzwerkmultilateralismus, den sollten wir befördern.« Aha: Wo die USA sich zurückziehen, werden Plätze frei. Vielleicht für die BRD. Vielleicht wird Röttgen noch Außenminister. (sc)

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