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Kulturpolitik

Vertrauen ist gut

Bis zum Antritt einer neuen Spitze für das Jüdische Museum Berlin will sich der Stiftungsrat des Hauses von einer Vertrauensperson beraten lassen. Dies betreffe insbesondere konzeptionelle Fragen, heißt es in einer Mitteilung des Museums vom Freitag. Geschäftsführend wird das Museum von Direktor Martin Michaelis geleitet.

Der bisherige Leiter Peter Schäfer (75) war nach heftigen Kontroversen von seinem Amt zurückgetreten. Auslöser war ein Tweet des Museums mit einer Leseempfehlung zur israelkritischen Bewegung BDS (Boykott, Desinvestitionen, Sanktionen). In dem empfohlenen Artikel hatten jüdische und israelische Wissenschaftler kritisiert, dass der Bundestag BDS als antisemitisch eingestuft hatte. Die BDS-Kampagne fordert ein Ende der israelischen Besatzung des Westjordanlandes, des Gazastreifens und Ost-Jerusalems und ruft dazu auf, keine israelischen Waren zu kaufen.

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Der Stiftungsrat stellte sich laut Mitteilung geschlossen hinter das Museum und wies Vorwürfe zurück, das Haus verfehle seine Stiftungsziele. Schäfer wurde ausdrücklich für seine Arbeit gedankt. »Die inhaltliche Autonomie des Jüdischen Museums Berlin und seine Unabhängigkeit sind ein hohes Gut und garantieren seit seiner Gründung ein innovatives, diskursorientiertes Programm«, sagte Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU). (dpa/jW)

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Erschienen in der Ausgabe vom 24.06.2019, Seite 10, Feuilleton

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