Der Schwarze Kanal
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Aus: Ausgabe vom 21.06.2019, Seite 15 / Feminismus
Zwangsprostitution

Vor allem weibliche Opfer

Expertengruppe berichtet über Menschenhandel in Europa. Täter in Deutschland oft »Loverboys«
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Razzia in mutmaßlichem Bordellbetrieb in Frankfurt am Main (Archivbild)

Menschenhändler bedienen sich in Deutschland laut einem aktuellen Bericht zunehmend des Internets, um Opfer zu finden. Vor allem Mädchen und junge Frauen werden online von sogenannten Loverboys umgarnt, die sie nach dem Vortäuschen einer Liebesbeziehung in die Prostitution zwingen, wie die Expertengruppe gegen Menschenhandel des Europarats (Greta) in einem am Donnerstag veröffentlichten Report mitteilte. Sie drängt darauf, dem Problem mehr Aufmerksamkeit zu widmen und auch in Schulen darüber zu sprechen. Nach Behördenangaben wurden zwischen 2014 und 2017 insgesamt 99 Fälle des Kinderhandels registriert, in denen die Opfer aus Deutschland im Internet angesprochen worden waren, wie es in dem Bericht heißt. Lehrer sowie Kinder- und Jugendämter sollten spezielle Trainings für diese Fälle bekommen, empfahl die Expertengruppe. Insgesamt hat die Zahl der registrierten Fälle von Menschenhandel in der BRD laut Greta-Report in den letzten Jahren zugenommen. So gab es 2017 insgesamt 671 registrierte Opfer, wie unter Berufung auf das Bundeskriminalamt angegeben wird. Im Jahr davor seien es 536 gewesen. Die meisten Betroffenen waren weiblich und wurden sexuell ausgebeutet. Überwiegend kamen sie demnach aus Rumänien, Bulgarien, Ungarn und Nigeria.

Im ihrem Evaluationsbericht gibt die Expertengruppe noch weitere Handlungsempfehlungen für Deutschland – darunter die konsequente Bestrafung von »Kunden«, die wissentlich von Zwangsprostitution oder anderen Formen des Menschenhandels profitieren. Auch der Kampf gegen Arbeitsausbeutung ohne direkten Zwang solle ausgeweitet werden – zum Beispiel durch schärfere Kontrolle von Arbeitsvermittlungs- und Zeitarbeitsunternehmen sowie Durchsuchungen in Privathaushalten, um Missbrauch von Hausangestellten zu verhindern. (dpa/jW)

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