Der Schwarze Kanal
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Aus: Ausgabe vom 21.06.2019, Seite 14 / Feuilleton

Nachschlag: Noch eins drauf

Interview | Do., 6.50 Uhr, DLF
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Erika Steinbach war mit daran beteiligt, dass Walter Lübcke wieder ins Visier der Neonazis geriet. Einen Fehler sieht sie darin aber nicht – schließlich habe sie ja auch die Grünen wegen ihrer Haltung zu »Sex mit Minderjährigen« gerügt (Foto vom 6.9.2017)

Unverständlich, warum Erika Steinbach noch nicht zu einer Vernehmung im Mordfall Lübcke vorgeladen wurde. Wie jüngst das Internetportal T-Online recherchierte, war die Leiterin der AfD-nahen Desiderius-Erasmus-Stiftung mit daran beteiligt, dass der Kasseler Regierungspräsident Anfang dieses Jahres wieder ins Visier von Neonazis geriet, nachdem er sich 2015 im Umgang mit Flüchtlingen auf Werte wie Nächstenliebe berufen hatte. Vom Deutschlandfunk befragt, warum sie im Februar im Anschluss an Kommentare von weit rechtsaußen mit »mindestens vier Postings« in »sozialen Netzwerken« wieder auf die Stellungnahmen Lübckes aufmerksam machte, obwohl sie Jahre zurücklagen, meinte sie: Sie habe sich auch nachträglich über die Grünen empört, weil diese einmal »Sex mit Minderjährigen« legalisieren wollten. Einerseits behauptet Steinbach, den Mord zu verurteilen. Andererseits legt sie in Sachen Hetze noch eins drauf. Stünde sie links, hätte man ihr längst Terrorunterstützung zur Last gelegt. (jt)

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