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Aus: Ausgabe vom 21.06.2019, Seite 11 / Feuilleton
Dusan Deak

Evolutionsvorteil Dackelblick

Von Dusan Deak
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Sollte sie für die Demokraten gegen Trump antreten? (Blauäugige Hündin)

Hundeforscher der Universität im britischen Portsmouth haben Bemerkenswertes über den von Menschen gern als Zeichen der Treue und Zuneigung interpretierten »Dackelblick« herausgefunden. Es handelt sich bei genauerer Betrachtung um einen billigen Evolutionstrick, seit Millionen von Jahren von Hunden hart antrainiert. Im Unterschied zu seinem nächsten Verwandten, dem Wolf, hat der Hund einen Augenbrauenmuskel entwickelt, mit dessen Hilfe er seit Jahrhunderten »Frauchen« und »Herrchen« gefügig macht.

Diesen Ansatz verfolgen nun auch die 23 demokratischen Kandidaten, die bei der US-Präsidentschaftswahl 2020 gegen Donald Trump antreten wollen, darunter der »Vice« von Barack Obama, Joe Biden, ein durchaus sympathisches Gesicht. Ein solches kann man Präsident Trump nicht unterstellen. Seine Gesichtsgrimassen und sein wirrer Blick erinnern eher an ein tollwutinfiziertes Stinktier, besonders, wenn er sich durch sinkende Umfragewerte oder den Hustenanfall eines Mitarbeiters gestört fühlt.

Entfernt erinnern Körperhaltung und Körperform des Präsidenten an eine Kreuzung aus einem indischen Elefanten, einem Nilpferd und einer älteren Seekuh aus den Gewässern um Florida. Das lässt US-amerikanische Präsidenten- und Ahnenforscher vermuten, dass Donald Trump nicht vom Hund abstammt. Anders als mancher Vierbeiner leidet der Präsident auch nicht an zu viel Intelligenz, selbst wenn er drei bis vier einfache Hauptsätze (Subjekt, Prädikat, Objekt) relativ flüssig hintereinander aufsagen kann.

Debatte

  • Beitrag von Hagen R. aus R. (21. Juni 2019 um 10:01 Uhr)
    Ist das wirklich nötig, Trump für sein Aussehen zu kritisieren? Das scheint mir doch eher dem Niveau der Gegenseite zu entsprechen.

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