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Bauhaus

Schicke Selbstaufhellung

Der Regisseur und Musiker Schorsch Kamerun (56) hält nicht viel von durchdesignten Wohnungen. »Dieser Herzeigstolz geht mir auf den Zeiger. Man kauft sich Bauhaus-Lampen oder Stühle, weil man präsentieren will, dass man sich das leisten kann, dass man überlegenen Geschmack hat«, sagte Kamerun der Deutschen Presseagentur in Berlin. »Doch damit ist diese schicke Selbstaufhellung gleichzeitig auch schon wieder tot. Denn wenn alles geschmackvoll ist, ist nichts mehr geschmackvoll. Also langweiliger geht es nicht«, sagte Kamerun. Der Sänger der diskursstarken linken Band Die Goldenen Zi­tronen gründete auch den Hamburger Golden-Pudel-Club mit. An der Berliner Volksbühne ist ab dem heutigen Donnerstag und bis Samstag seine Inszenierung »Das Bauhaus – ein rettendes Requiem« zu sehen. Kamerun will sich nach 100 Jahren mit den Grundideen der Designschule befassen und auf der Bühne einen Neubeginn feiern. Eine Feier »des Experimentellen und Unausrechenbaren, das dann – und das ist meine große Hoffnung – nicht aussieht wie ein Freischwinger Stuhl«. (dpa/jW)

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Erschienen in der Ausgabe vom 20.06.2019, Seite 10, Feuilleton

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