Der Schwarze Kanal
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Aus: Ausgabe vom 11.06.2019, Seite 14 / Feuilleton

Nachschlag: Nazi am Werk

T-Online.de
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Verfolgte Unschuld: Die frühere Vertriebenenfunktionärin und CDU-Politikerin Erika Steinbach, die nun die Parteistiftung der AfD leitet (Pforzheim, 6.9.2017)

Die Vorsitzende der AfD-Parteistiftung, Erika Steinbach, ist empört. Weist doch das Portal T-Online darauf hin, dass der vor einer Woche ermordete Kasseler Regierungspräsident Walter Lübcke auch aufgrund ihrer Mitwirkung Anfang dieses Jahres erneut zur Zielscheibe rechter Morddrohungen wurde. 2015 hatte sich Lübcke (CDU) mit dem Pegida-Ableger Kagida angelegt und gemeint, wer Werte wie christliche Nächstenliebe nicht teile, könne jederzeit das Land verlassen. Aus bisher unbekannten Gründen sei die darauf einsetzende Hetze im Februar durch einen als »Nazi« (»Nicht an Zuwanderung interessiert«) firmierenden Facebook-Nutzer neu entfacht worden, als habe Lübcke seine Aussage gerade erst gemacht. Auch Steinbach habe sich daran mit vier Beiträgen beteiligt. Das leugnet sie nun und fordert die Seite auf, den entsprechenden Bericht zu löschen. Laut T-Online muss sie gewusst haben, dass die Postings zu Lübcke nicht aktuell waren, da sie ihn schon früher wegen seiner Stellungnahme angegriffen hatte. (jt)

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